Rohstoffe

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Mögliche Manipulation: Goldpreis unter Verdacht

Die USA gehen einer möglichen Schwindelei am Goldmarkt nach. Haben Großbanken den Goldpreis manipuliert? Nach dem Betrug beim Libor-Zinssatz wäre es ein weiterer Skandal für die Bankenbranche.

Goldbarren-Prägung bei der Bundesbank: Wurde der Goldpreis manipuliert? Quelle: Reuters
Goldbarren-Prägung bei der Bundesbank: Wurde der Goldpreis manipuliert? Quelle: Reuters

Düsseldorf, LondonJeden Tag das gleiche Ritual, seit fast hundert Jahren. Fünf Banken setzen in London den Goldpreis fest, einmal morgens um 11.30 Uhr und einmal nachmittags um 16 Uhr deutscher Zeit. Es ist ein verschwiegener Kreis – mit großem Einfluss. Für den Weltmarkt spielen die Vorgaben aus London eine wichtige Rolle. Auch viele Finanzprodukte sind daran gekoppelt.

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Gerüchte, dass es beim sogenannten „Gold Fixing“ nicht mit rechten Dingen zugehen soll, halten sich hartnäckig. Jetzt nimmt sich die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in den USA der Sache an. In internen Diskussionen werde geprüft, ob es Möglichkeiten der Manipulation gebe, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwoch unter Berufung auf Insider.

Die für den Derivatemarkt zuständige Aufsichtsbehörde CFTC habe noch keine formelle Untersuchung gestartet. Sie nehme aber verschiedene Aspekte der Preisfindung unter die Lupe und gehe unter anderem der Frage nach, ob ausreichende Transparenz gewährleistet sei.

Die Goldreserven der Staaten

  • USA

    Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

    Stand: Januar 2014

  • Deutschland

    Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

  • Internationaler Währungsfonds (IWF)

    Goldschatz: 2.814 Tonnen

  • Italien

    Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

  • Frankreich

    Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

  • China

    Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

  • Schweiz

    Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

  • Russland

    Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

  • Japan

    Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

  • Niederlande

    Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

  • Indien

    Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

  • Türkei

    Goldschatz: 506,3 Tonnen

  • Europäische Zentralbank (EZB)

    Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Die Überprüfung ist Folge von Skandalen, in die Banken in jüngster Zeit verwickelt waren. So sollen mehrere Großbanken den Libor (London Interbank Offered Rate) in der Finanzkrise zu ihren Gunsten gedrückt haben, um Handelsgewinne einzustreichen. Der Libor zeigt an, zu welchen Sätzen sich Banken untereinander Geld leihen.

Er fußt bislang auf freiwilligen Angaben der Institute und ist daher kaum nachzuprüfen, obwohl er die Grundlage für Finanztransaktionen rund um den Globus ist. Auch gegen die Deutsche Bank und US-Institute wird ermittelt. Bislang wurden die Schweizer UBS und die beiden britischen Geldhäuser Barclays und Royal Bank of Scotland zu hohen Geldbußen verdonnert.

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Hedgefonds-Manager John Pauson wettet wieder auf Gold. Im laufenden Jahr verteuerte sich das Edelmetall um acht Prozent.

Bild: Reuters

Auf dem viel kleineren Markt für Edelmetalle sind die Banken ebenfalls unter sich. Gold wird an keiner öffentlichen Börse gehandelt, sondern nur „over the counter“, also nach individuell ausgehandelten Konditionen.

Seit dem 12. September 1919 ist dafür das „Gold Fixing“ in London das Maß der Dinge. Früher trafen sich die Goldhändler im Bankhaus Rothschild, in einem holzgetäfelten Raum unter alten Ölbildern. Jedes Mal, wenn einer in der Runde einen neuen Preis aufrufen wollte, rief er „flag“ und stellte die britische Flagge auf – solange bis Angebot und Nachfrage ausgeglichen waren.

Dieses Fixing gibt es noch immer, die Regeln haben sich nicht geändert, nur die Fähnchen gibt es nicht mehr. Im Jahr 2004 zog sich Rothschild zurück. Heute läuft die Verhandlung über eine Telefonkonferenz, bei der die Deutsche Bank, Barclays, die Bank of Nova Scotia aus Kanada, die Société Générale und HSBC teilnehmen. Die Silberpreise legen Bank of Nova Scotia, Deutsche Bank und HSBC fest. In der Regel dauert das Verfahren etwa zehn Minuten.

  • 14.03.2013, 17:13 UhrSchuischel

    Der Goldpreis könnte manipuliert werden? Ja, wie überraschend ist das? Haben die über Jahre als Verschwörungstheoretiker denunzierten Kritiker doch richtig gelegen?

  • 14.03.2013, 17:14 Uhr10_kleine_Negerlein

    ...da waren's nur noch 8.

  • 14.03.2013, 17:16 Uhrkarstenberwanger

    Das ist doch jetzt wirklich nicht Ernst gemeint, dass man öffentlich die Frage stellt ob der Goldpreis manipuliert wird oder doch??? Das weiss eigentlich jeder Vollpfosten seit Jahren bereits der fast bis 3 zählen kann dass der Goldpreis weit nach unten manipuliert wird.

    Beim Silber ist es noch wesentlich schlimmer. Da werden Tonnen gehandelt die nicht mal zur Verfügung oder ganz und gar nicht bestehen und niemals ausgeliefert werden könnten. Silber müsste nach realistsichen Zahlen irgendwo bei 80-100 Euro liegen.

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