Rohstoffe

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Preissturz: Zerbricht der Traum vom Gold?

Der Goldpreis befindet sich im freien Fall. Der Preis sackt weit unter 1.400 Dollar. Wo sind die Schnäppchenjäger, die jetzt kaufen? Sie reden von „hervorragenden Kaufgelegenheiten“, trauen sich aber nicht. Noch nicht.

Der Goldpreis ist unter 1200 Dollar je Feinunze gefallen.
Der Goldpreis ist unter 1200 Dollar je Feinunze gefallen.

Wo sind die Schnäppchenjäger? Und wo sind die Leute, die Gold bei Preisen jenseits der 1.900 Dollar gekauft haben? Die müssten doch jetzt erst recht kaufen, wenn sie von Gold überzeugt sind. „Diese Korrektur war wohl nötig“, sagt der US-Investors Jim Rogers. „Wenn der Preis tief genug fällt, werde ich anfangen zu kaufen.“

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Der aktuelle Absturz reicht Rogers noch nicht. Dabei ist Gold seit vergangenem Freitag bereits um zehn Prozent gefallen. Das ist der größte Kursrutsch seit den Turbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Der Kursrutsch setzte bereits am Freitagnachmittag ein. Am Montag beschleunigte sich die Talfahrt, der Goldpreis sackte um acht Prozent auf 1.356 Dollar ab.

Die Goldreserven der Staaten

  • USA

    Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

    Stand: Januar 2014

  • Deutschland

    Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

  • Internationaler Währungsfonds (IWF)

    Goldschatz: 2.814 Tonnen

  • Italien

    Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

  • Frankreich

    Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

  • China

    Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

  • Schweiz

    Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

  • Russland

    Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

  • Japan

    Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

  • Niederlande

    Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

  • Indien

    Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

  • Türkei

    Goldschatz: 506,3 Tonnen

  • Europäische Zentralbank (EZB)

    Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Ein Schuldiger für den Einbruch war schnell gefunden: Mario Draghi. Der Präsident der Europäischen Zentralbank ließ durchblicken, dass Zypern einen Teil seiner Goldreserven verkaufen könnte, um den Eigenbeitrag zum geplanten Hilfspaket aufzubringen. Nicht dass die zyprischen Goldreserven so groß wären, dass ein Verkauf den Goldmarkt auf den Kopf stellen würde. Zypern besitzt insgesamt 13,9 Tonnen. Doch viele fürchten, dass der Goldverkauf Schule machen könnte. Wenn ein Krisenland wie Italien einen Teil seiner Goldreserven – immerhin 2.500 Tonnen – auf den Markt werfen würde -, wäre das eine ganz andere Dimension.

Handelsblatt-Dossier zum Download Goldrausch ade

Jahrelang kannte die Krise nur einen Gewinner: den Goldpreis. Jetzt bricht er ein. Das Ende des „sicheren Hafens“?

Neben der Zypern-Frage spielt auch eine Rolle, dass die Konjunktur in den USA zuletzt leicht angezogen hat, was viele Anleger auf ein Ende der Finanzkrise hoffen lässt. „Wo sind auf einmal die ganzen Experten hin, die in den vergangenen Jahren Gold als sicheren Hafen und Inflationsschutz angepriesen haben?“, wundert sich Torsten Gellert, Deutschlandchef des Devisenbrokers FXCM. Weit und breit seien keine Optimisten mehr zu sehen.

In den vergangenen zwei Wochen warnten gleich mehrere Großbanken vor einem Preisverfall bei Gold. Entweder haben die Analysten eine gute Vorahnung gehabt. Oder ihre Prognosen werden nun zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Den Anfang machten die Franzosen von Societe Generale. Der Goldpreis befinde sich im „Blasen-Bereich“, schrieben die Analysten in einer Studie am 2. April. Die Deutsche Bank senkte am vergangenen Dienstag ihre Goldprognose um zwölf Prozent und verwies darauf, dass „sichere Häfen“ nicht mehr gefragt seien.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

  • 2003

    Schmuck: 2.484
    Barren und Münzen: 304
    ETFs: -
    Industrie: 386
    Zentralbanken: -620
    Gesamt: 2.594 Tonnen

  • 2004

    Schmuck: 2.616

    Barren und Münzen: 355

    ETFs: 133

    Industrie: 419

    Zentralbanken: -479

    Gesamt: 3.044

  • 2005

    Schmuck: 2.719

    Barren und Münzen: 396

    ETFs: 208

    Industrie: 438

    Zentralbanken: -663

    Gesamt: 3.098

  • 2006

    Schmuck: 2.300

    Barren und Münzen: 414

    ETFs: 260

    Industrie: 468

    Zentralbanken: -365

    Gesamt: 3.077

  • 2007

    Schmuck: 2.423

    Barren und Münzen: 435

    ETFs: 253

    Industrie: 476

    Zentralbanken: -484

    Gesamt: 3.104

  • 2008

    Schmuck: 2.304

    Barren und Münzen: 869

    ETFs: 321

    Industrie: 461

    Zentralbanken: -235

    Gesamt: 3.720

  • 2009

    Schmuck: 1.814

    Barren und Münzen: 780

    ETFs: 623

    Industrie: 410

    Zentralbanken: -34

    Gesamt: 3.593

  • 2010

    Schmuck: 2.017

    Barren und Münzen: 1.205

    ETFs: 382

    Industrie: 466

    Zentralbanken: 77

    Gesamt: 4.147

  • 2011

    Schmuck: 1.972

    Barren und Münzen: 1.515

    ETFs: 185

    Industrie: 453

    Zentralbanken: 457

    Gesamt: 4.582

  • 2012

    Schmuck: 1.908

    Barren und Münzen: 1.256

    ETFs: 279

    Industrie: 428

    Zentralbanken: 535

    Gesamt: 4.405

Einen Tag später legte Goldman Sachs nach. Nach einer zwölfjährigen Rally beschleunige sich der Trendwechsel im Goldpreis-Zyklus, schrieben die Analysten Damien Courvalin und Jeffrey Currie in einer Studie. Die Bank setzte ihr Kursziel für zwölf Monate auf 1.390 Dollar. „Eine deutliche Erholung des Goldpreises ist unwahrscheinlich, wenn es nicht unerwartet zu einem abrupten Ende der US-Erholung kommt.“ Die Überzeugung, Gold zu halten, schwinde.

Mehr und mehr Analysten stimmen dem inzwischen zu. „Der Einbruch bei Gold ist erst in einem frühen Stadium”, schreibt Georgette Boele, Rohstoffstrategin bei ABN Amro. „Während sich die Wachstumsaussichten verbessern, werden andere Anlagen deutlich attraktiver.“

  • 15.04.2013, 13:09 UhrAllesPanikmache

    ...habe gerade SIlber und Gold nachgekauft. Bei solch einem Ausverkauf. Ist hier ja alles Panikmache. Wo haben wir denn hier ne Blase ? Aktienblase, Immobilienblase, Blase hin Blase her. Gold und Silber ist Meine Altervorsorge oder Rente. Basta !

  • 15.04.2013, 13:09 Uhrinvestival

    Wenn Analysten unisono in einer Richtung posaunen, sind sie in dieser mit Kapital hoch engagiert.
    - Wie hoch ist denn das short interest im pog im historischen Kontext, werter Autor?

    Offensichtlich basiert der Preiseinbruch (nicht nur) in Gold auf provozierten Vorwärtsverkäufen klammer Minen sowie vl. Zwangsexekutionen (Zypernkontoinhaber betreffend) - was bisher in der Tat gute Kaufgelegenheiten waren.

    Im übrigen dürften die wenigsten der bisherigen Goldkäufer 'vom großen Gold geträumt' haben ...
    Nun ja - die Zeiten, wo das Handelsblatt seriös in Inhalt und Artikulation war, sind halt vorbei.

  • 15.04.2013, 13:12 Uhrkarstenberwanger

    Liebes HB, BITTE hört doch mit diesem Propagandakäse auf. Was jetzt nicht gekauft wird sind PApiergoldscheine JA, wer ist auch so blöd und würde das jetzt tun?

    Der physische Goldkauf im Volk geht jedoch bei denen die informiert sind weiter und jeder der im Moment nicht sieht was da abgezogen wird und das die Hütte hinter der Euro Bühne lichterloh zu brennen scheint, dem ist eh nicht zu helfen.

    Die FED haut mal eben 500 Tonen Gold auf den MArkt die sie physisch nicht besitzt...ich sag mal nicht mehr. Zeitgleich läuft auf allen Kanälen die Propaganda gegen böse Steuerhinterzieher die uns ja allen sooo schaden, während die Komiker aus allen Parteien hunderte Milliarden verbrennen.

    Zeitgleich dazu will Mario Draghi plötzlich ans Gold von Zypern.

    Sorry aber hier ist gewaltig etwas am faulen und das Gold samt Silber sind die besten Indikatoren dafür. Ich werde definitiv nachkaufen, nicht um auf das grosse Geld zu hoffen, sondern von diesem Geld zu fliehen bevor es in Flammen bzw. im Geschwulstmagen unseres kranken Staates verdaut wird.

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