"Während der jüngsten Periode nachhaltigen Wachstums stieg der Bedarf an Öl und Metall." So erklärt die Weltbank den Boom an den Rohstoffmärkten. Getrieben worden seien die Preise aber weniger durch den steigenden Bedarf, sondern vielmehr durch den "Mangel an zusätzlichen Angebotskapazitäten". Das Wachstum des Angebots habe mit dem Wachstum der Nachfrage nicht Schritt gehalten: Aufgrund der niedrigen Preise in den 90-er Jahren hätten Firmen es unterlassen, in Ersatz- oder Erweiterungskapazitäten zu investieren. Es haben sich folglich die Sünden der Vergangenheit gerächt. Hinzu kam der starke Bedarf Chinas.
Doch die "Balance zwischen Angebot und Nachfrage sieht gesund aus", so die Weltbank mit Blick auf den Öl- und Metallsektor. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Politik Maßnahmen fördere, die unter anderem dem effizienten Einsatz der Rohstoffe dienen. Eine bessere Effizienz in der Autotechnik sei etwa ein "entscheidender Bestimmungsfaktor" für den künftigen Ölbedarf.
Für die nächsten 20 Jahre sieht die Weltbank ein ausreichendes Angebot an Metallen und Rohöl. Doch wenn das Angebot anfange zu schrumpfen, gebe es genug Alternativen. Diese würden mit steigenden Ölpreisen sogar wettbewerbsfähiger und förderten einen technischen Wandel.
Die hohen Energiepreise strahlen auch auf die Agrarmärkte aus. Allein zwei Drittel des weltweiten Wachstums der Maisproduktion sind nach Angaben der Weltbank in die Herstellung von Biokraftstoff gegangen. Die Nahrungsmittelnachfrage habe sich dagegen nahezu stabil entwickelt. Zusätzlich hätten die hohen Energiepreise die Nahrungsmittelproduktion in einigen Staaten verteuert. Gleichwohl sei langfristig trotz der Verteuerung keine Verknappung des Angebots zu fürchten. Die Weltbank erwartet zwar, dass die Nahrungsmittelpreise auch künftig stärker auf die Ölpreisentwicklung reagieren. Die Hoffnung ruht aber hier auf neuer Technik für Biokraftstoff, die nicht auf Getreide basiert.




