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Rohstoffe: Aktien ziehen Ölpreis hoch

Der Rohölpreis hat sich von seinem jüngsten Rückschlag wieder deutlich erholt.

Rohölförderung mit einer Pferdekopfölpumpe: Im Dezember kostete das Barrel noch um die 40 Dollar.
Rohölförderung mit einer Pferdekopfölpumpe: Im Dezember kostete das Barrel noch um die 40 Dollar.

DÜSSELDORF. Der US-Ölpreis ist zu Wochenbeginn in Richtung 69 Dollar gestiegen. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im September 68,78 Dollar, das sind 73 Cent mehr als am Freitag. Eine ähnliche Entwicklung gab es auch beim Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent. Ein Fass kostete am Morgen 71,09 Dollar und damit 77 Cent mehr als zum Wochenausklang. Die Ruhe an den internationalen Energiemärkten währte damit kürzer als viele Experten erwartet hatten. "Es ist erstaunlich", sagt Frank Schallenberger, Rohstoffexperte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), "wie schnell sich der Preis erholt hat". Erst zum Monatswechsel Juni/Juli waren die Ölnotierungen um rund zehn Dollar abgesackt und drohten sogar wieder unter 60 Dollar zu rutschen. Diese Korrektur hatten viele Experten erwartet, da die Ölpreise seit Jahresbeginn nahezu kontinuierlich gestiegen waren. Noch Ende Dezember hatte Brentöl weniger als 40 Dollar gekostet.

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Preistreibend wirkte in den zurückliegenden Monaten an den Energiemärkten immer wieder die Hoffnung auf eine anhaltende Belebung der Wirtschaft. "Der Konjunkturoptimismus der Aktienmärkte steckt die Rohstoffe an", sagt Schallenberger. So eng wie zurzeit sei die Korrelation der Aktien- und Rohstoffmärkte selten gewesen. "Es ist ein sehr enger Gleichlauf". Gerade deshalb ist Schallenberger aber skeptisch, ob nicht noch eine weitere Korrektur droht. "Konjunkturell werden wir wohl noch den einen oder anderen Tiefschlag einstecken müssen", fürchtet der LBBW-Experte.

Zuversichtlicher ist Dora Borbély, Rohstoffspezialistin der Dekabank. "Der Rohölpreis orientiert sich an der freundlichen Entwicklung an den Aktienmärkten", bestätigt sie. Dennoch hält sie die Korrektur am Ölmarkt schon für abgeschlossen. "Nachhaltig unter 60 Dollar wird der Preis nicht mehr rutschen." Schließlich werde der Ölpreis nicht nur durch die Erholung an den Aktienmärkten gestützt. Positive Nachrichten seien zuletzt aus China gekommen, wo die Nettoimporte von Rohöl im Juni zum dritten Mal in Folge kräftig angestiegen sind. Zugleich "bestätigt sich die Produktionsschwäche der Nicht-Opec-Länder", so Borbély. Die Ölförderung Norwegen sei im zweiten Quartal deutlich unter das Vorjahresniveau gesunken. Öl profitiere zudem von den schrumpfenden Lagerbeständen. Bis Ende August rechnet die Deka-Expertin daher mit Notierungen um 65 Dollar. Ab September sollte Rohöl dann "für längere Zeit" mehr als 70 Dollar kosten.

Die US-Bank Morgan Stanley blickt noch ein Stück weiter in die Zukunft und hat ihre Preisprognose deutlich nach oben angehoben. Für das kommende Jahr rechnet die Bank jetzt mit einem Durchschnittspreis von 85 Dollar.

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