Rohstoffe

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Rohstoffe & Edelmetalle: Goldpreis klettert auf neue Rekordwerte

Gold bleibt bei Investoren als sicherer Anlagehafen gefragt. Heute steigt der Preis pro Feinunze auf 1 182 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember 2009. In Euro gerechnet erklimmt er mit 894 Euro sogar ein Rekordhoch. Und viele Experten sind der Ansicht: Die Gold-Rally geht weiter.

Begehrt wie nie: Der Goldpreis erreicht einen neuen Rekord. Quelle: Reuters
Begehrt wie nie: Der Goldpreis erreicht einen neuen Rekord. Quelle: Reuters

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Auch nach dem Beschluss eines Hilfspaketes für Griechenland bleibt die Unsicherheit an den Märkten, was den Goldpreis Analysten zufolge weiter antreiben könnte. "Man erkauft sich mit dem Hilfspaket nur Zeit, die langfristigen Probleme bleiben bestehen", sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. Zudem fehlten Details zu den dringend notwendigen strukturellen Reformen der griechischen Wirtschaft und glaubhafte Sanktionen, falls Griechenland die anspruchsvollen Defizit-Auflagen nicht einhalten sollte.

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Die Profiteure der Unruhe an den Märkten sind Goldexperten wie Evy Hambro, Geldverwalter bei Blackrock, einem der weltgrößten Fondshäuser. Er und seine Kollegen an den Rohstoffmärkten leben von der Unsicherheit, die von der prekären Finanzsituation in Griechenland ausgeht. Sie setzen auf Gold. Sie glauben an den ewigen Wert des Edelmetalls – und an weiter steigende Preise.

"Es gibt genügend Gründe für einen weiteren Anstieg", sagte Hambro. Sollte erneut über einen Staatsbankrott diskutiert werden, schließt der Goldexperte der Commerzbank, Eugen Weinberg, sogar regelrechte Preissprünge nicht aus. Innerhalb kurzer Zeit würden die Anleger "wieder in den sicheren Hafen Gold flüchten", glaubt er.

Aber es ist nicht der Griechenlandeffekt allein, der den Goldpreis treibt. Hinter dem Preisboom stehen auch die wachsenden Probleme aller "Papierwährungen". So sieht es Stefan Keitel, Chef-Anlagestratege der Credit Suisse, einer ersten Adresse in der Vermögensverwaltung. "Die wichtigen Welt-Leitwährungen wie Dollar, Euro, Pfund und teilweise auch der Yen sind auf der Intensivstation", formuliert er drastisch.

Keitel und andere Experten weisen mit solchen Kommentaren darauf hin, dass diese Währungen ungedeckte Zahlungsversprechungen darstellen - im Gegensatz zu Gold, das nicht von Notenbanken "gedruckt" und damit künstlich vermehrt werden kann.

"Geld kann in beliebiger Form geschöpft werden", betont beispielsweise der international aktive Vermögensverwalter Markus Miller. An der Schwäche fast aller westlichen Industriewährungen erkennen die Fachleute einen wichtigen Treiber für den Goldpreis. Laut Gabor Vogel, Edelmetallexperte bei der DZ Bank, etabliert sich das Metall zunehmend als Währungsalternative. "Einige Anleger verkaufen Euro und gehen ins Gold", sagt er.

  • 03.05.2010, 17:03 UhrStefan L. Eichner

    Für die USA wäre es vor dem Hintergrund der desolaten Lage und immer noch ungelöster Finanzmarktprobleme wohl die beste Lösung, wenn nicht nur der Dollar abstürzt, sondern alle anderen wichtigen Währungen auch. Das sichert den Status des Dollars als Leitwährung und den wollen sie definitiv nicht verlieren.

    Es mag deshalb sogar sein, dass die USA gezielt in diese Richtung steuern. immerhin ist es in den letzten Wochen den Finanzmarktakteuren mit Unterstützung der amerikanischen Ratingagenturen ganz ausgezeichnet gelungen, den Druck auf den Euro zu verstärken. Die Finanzhilfen für Griechenland werden daran nichts ändern, wenn ich mit meiner Einschätzung richtig liege. im Gegenteil, der Euro dürfte weiter fallen.

  • 03.05.2010, 17:46 UhrCrisisMaven

    Der Goldpreis ist der einzige indikator fuer die tatsaechliche Preisinflation und er wird sicherlich noch ueber 5.000 Dollar/Unze steigen, bevor der Dollar ganz zusammenbricht (http://crisismaven.wordpress.com/2010/01/24/do-we-see-a-gold-bubble/). Der Euro wird sich kurz davor in Luft aufloesen, die Kriegsgefahr wird steigen, China bricht ohnehin zusammen mit seinem kuenstlichen bauboom, der relativ doppelt so gross und absolut vielleicht hundertmal so gross wie der Spaniens ist, zumal es ueber den Ausfall der US-Staatsanleihen seine saemtlichen Aussenhandels-"Ueberschuesse" mit einem Schlag verliert. Wann hat die Menschheit je erlebt, dass so etwas ohne Krieg endet???

  • 03.05.2010, 18:25 UhrLukas Paris

    Hallo Eichner,

    in puncto rating agenturen bin ich ganz bei ihnen.
    auch auf die amerikaner kommt in nächster zeit ein riesieger schwall an refinanzierungsbedarf zu. bis dahin werden die rating agenturen die kreditwürdigkeit der usa mit sicherheit nicht neu bewerten. weiters habe ich gehört, dass der staat kalifornien sogar mit einer ratingverbesserung vor kurzem versehen wurde. weiss hier die community mehr? vielen dank für ein posting.

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