
HB FRANKFURT. Der Markt für Weizen gerät außer Kontrolle. Dürre und die verheerendsten Waldbrände seit 40 Jahren drohen einen großen Teil der russischen Ernte zu vernichten.
Auf die Katastrophe hat die Regierung in Moskau nun mit einem Verbot von Getreideausfuhren reagiert. Ministerpräsident Wladimir Putin kündigte gestern den vorübergehenden Exportstopp an.
An den Rohstoffmärkten fachte das die ohnehin grassierende Angst vor einer Weizenknappheit weiter an. Der Preis für das Getreide stieg rasant. Der europäische November-Kontrakt legte um bis zu neun Prozent auf 227,50 Euro je Tonne zu. Seit Anfang Juli hat sich die Tonne Weizen damit um 50 Prozent verteuert.
Preisaufschläge sind "zu 70 Prozent Spekulation"
Experten führen die Explosion des Weizenpreises aber nicht allein auf die drohende Verknappung des Angebots zurück. Die Aufschläge seien "zu 70 Prozent der Spekulation großer Fonds geschuldet", sagte Klaus Josef Lutz, Chef des größten europäischen Agrar- und Baustoffhändlers Baywa. "Keiner weiß genau, wie sich die Getreidepreise entwickeln."
Einen Versorgungsengpass sieht Lutz aber derzeit nicht. In den vergangenen Wochen hatten heftige Preisausschläge auch bei anderen Nahrungsmittelrohstoffen wie Kakao für erhitzte Diskussionen darüber gesorgt, inwieweit Hedge-Fonds und Banken mit ihren Investitionen die Märkte destabilisieren.




