Rohstoffe

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Teurer Rohstoff: Die wundersame Ölpreis-Rally

Die Weltwirtschaft schwächelt. Trotzdem steigt der Ölpreis. Die Förderländer versuchen sogar, zu bremsen. Doch die gängigen Mittel erweisen sich als wirkungslos. Was hinter dem Anstieg der Ölpreise steckt.

Öl-Händler an der New York Mercantile Exchange (Nymex). Zuletzt gab es viele Wetten auf steigende Preise. Quelle: ap
Öl-Händler an der New York Mercantile Exchange (Nymex). Zuletzt gab es viele Wetten auf steigende Preise. Quelle: ap

Was auf dem Ölmarkt vor sich geht, verwundert selbst Experten: Seit Wochen steigen die Preise für Rohöl, zwischenzeitlich bis auf 119 Dollar je Barrel der Sorte WTI. Aktuell liegt der Preis bei 115 Dollar. Die Gefahr: Bleibt Öl weiterhin so teuer, könnte das eine Erholung der Weltwirtschaft abwürgen. Das hat jüngst das Centre for Global Energy Studies festgestellt.

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Die Weltwirtschaft befindet sich ohnehin nicht in bester Verfassung. Europa steckt in der Rezession, die USA wachsen ebenfalls kaum, China legt zwar noch zu, aber nicht mehr so rasant wie in den vergangenen Jahren. Eigentlich müsste der Ölpreis aufgrund geringer Nachfrage und hoher Lagerbestände fallen.

Die Staaten mit dem größten Öldurst

  • Rang 10

    Taiwan

    Der Inselstaat importiert rund 1,0 Millionen Fass Öl am Tag. Ein Fass (Barrel) Öl entspricht rund 159 Litern. Taiwan rangiert auf dem zehnten Platz der Ölverbraucher.

    Quelle: Internationale Energieagentur (EIA), Stand: August 2012

  • Rang 9

    Italien

    Die Bewohner des Stiefelstaats importieren rund 1,3 Millionen Fass Öl am Tag.

  • Rang 8

    Spanien

    Die gleiche Menge Rohöl führt Spanien ein. Dort sind es 1,3 Millionen Barrel am Tag.

  • Rang 7

    Frankreich

    Etwas mehr importieren die Nachbarn nördlich der Pyrenäen: Dort sind es 1,7 Millionen Fass Öl täglich.

  • Rang 6

    Südkorea

    Noch etwas mehr Öl schnappt sich Südkorea. Das Land importiert 2,3 Millionen Fass Öl.

  • Rang 5

    Deutschland

    Der Öldurst Deutschlands ist ähnlich groß wie von Südkorea: 2,3 Millionen Fass Öl importieren die Deutschen täglich.

  • Rang 4

    Indien

    Die gleiche Menge des Energieträgers wie Deutschland führt Indien ein. Das aufstrebende Land kommt auf 2,3 Millionen Fass Öl.

  • Rang 3

    Japan

    Deutlich mehr Volumen des Energieträgers führen die Japaner ein. Dort sind es 4,3 Millionen Fass täglich. Der Inselstaat ist damit der drittgrößte Ölimporteur der Welt.

  • Rang 2

    China

    Noch mehr des Rohstoffs holt die Volksrepublik ins Land. 5,5 Millionen Fass importieren die Chinesen täglich.

  • Rang 1

    USA

    Mit Abstand das meiste Erdöl importieren die USA: Mit 8,7 Millionen Fass täglich liegen die Amerikaner an der Spitze.

Die Förderländer dürften ebenfalls kein Interesse daran haben, den Preis weiter in die Höhe zu treiben, wenn dadurch die Konjunktur in den Industriestaaten und damit die Nachfrage nach Öl einzubrechen droht. Das Erdölkartell Opec versucht derzeit, den Markt zu stabilisieren, indem es höhere Reservekapazitäten bereitstellt. Damit signalisiert man dem Markt: Wenn nötig, sind wir bereit, deutlich mehr Öl zu fördern.

Energiesicherheit „Im Extremfall mit Gewalt eingreifen“

Energieträger wie Öl und Gas spielen eine wichtige Rolle für die Wirtschaft. Doch die Gefahren bei der Versorgung wachsen. Sicherheitsberater Heiko Borchert von der Schweizer Gesellschaf Sandfire erläutert die Risiken.

Aktuell könnten die zwölf Mitgliedsländer der Opec täglich 3,63 Millionen Barrel mehr fördern – so hoch liegt die Reservekapazität. Inklusive dieser Reserven könnte die Ölförderung auf 34 Millionen Barrel pro Tag hochgefahren werden. Die IEA definiert eine „effektive Reservekapazität“ als nicht gefördertes Rohöl, dessen Förderung innerhalb von 30 Tagen aktiviert und über 90 Tage hinweg aufrechterhalten werden kann.

Infografik Wo auf der Welt das Rohöl lagert

Öl ist der Treibstoff der weltweiten Wirtschaft. Die Länder mit den größten Vorkommen 2011 im Überblick.

Die Reservekapazitäten liegen derzeit auf dem höchsten Niveau seit etwa zwei Jahren. Normalerweise müsste das einen Anstieg der Ölpreise bremsen, allerdings erweist sich das Instrument diesmal als nahezu wirkungslos. Der Future auf die Ölsorte Brent steigt parallel zu den Reservekapazitäten in den Opec-Ländern.

„Für sich allein genommen wirkt eine hohe Reservekapazität wie eine Obergrenze auf den Ölpreis“, sagt der leitende Rohölstratege Amrita Sen von Energy Aspects in London. „In einem angespannten Umfeld, in dem sich die Lage womöglich weiter verschärfen könnte, wird der Einfluss geringer. Wir haben diesen Stimmungswechsel nach dem Anschlag in Algerien gesehen“, sagt er.

  • 26.02.2013, 19:25 UhrRechner

    'Traumschau' sagt
    ------------------
    Ja, ja ...
    Sie wissen genau wie das gemeint ist. Gemeint ist, dass finanzkräftige Spekulanten (z.B. Hedger) das Angebot virtuell verknappen und damit den Preis in die Höhe treiben.
    ------------------

    Sowas ist sehr teuer - und was hat man davon?

    Wenn man durch Verkäufe von dem hochgetriebenen Preis profitieren will, dann senkt man den Preis mit den Verkäufen genau so wie man ihn vorher mit den Käufen verteuert hat.

    Ihre Vorstellungen davon was "finanzkräftige Spekulanten" machen sind außerordentlich laienhaft.

    Abgesehen davon sind "Hedger" gerade keine Spekulanten.

    Hedger sichern sich ab.

    Zum Beispiel kaufen Fluglinien ihr an den Terminmärkten Öl bis zu einem Jahr im voraus, um Ihre Flugpreise bei einem Anstieg des Ölpreises nicht erhöhen zu müssen.

    Landwirte verkaufen einen Teil der Ernte im voraus um zu wissen, daß sie den neuen auf Pump gekauften Traktor auch tatsächlich bezahlen können.

    etcpp.

  • 26.02.2013, 14:32 UhrGG81

    Preisblasen entstehen doch nicht erst seit 2009 sondern seit hunderten von Jahre; seitdem es Markt und Handel gibt. Das liegt in der Natur der Sache. Fakt ist jedoch: Sobald die Preise nicht mehr über die Marktteilnehmer, sprich Angebot und Nachfrage, entstehen, kann ein Markt durch Minderheiten manipuliert werden. Schauen Sie sich doch mal die Entwicklung (über die letzten Jahre) des Benzinpreises analog zu den gehandelten Ölpreisen an der Nymex in Chicago an - Es gibt keinerlei Zusammenhänge, da der Preis an der Zapfsäule von den Ölkonzernen diktiert wird. Jetzt stellen Sie sich vor, der gehandelte Ölpreis verliert an Liquidität und das Angebot wird ausschließlich von den "Erzeugern" generiert. Das Ergebnis muss ich Ihnen an dieser Stelle nicht erklären; Sie können es täglich an der Tankstelle ablesen was dann passieren wird. Die Medien tun ihr übriges und verbreiten Ihr völlig abstruses Halbwissen wie in diesem Artikel vom HB. Genauso wie die Panikmache mit dem zu starken Euro als er ca. 1,35 erreichte und alle einen Währungskrieg herbeizauberten. Anscheinend kann sich keiner mehr erinnern, dass der Euro vor ca. 1-2 Jahren bereits bei 1,50 stand - damals hat sich komischer Weise niemand über den starken Euro beschwert. Und alle laufen wie die dummen Schafe vornweg und lassen sich täglich einen neuen Bären aufbinden. Man kann es wunderbar in diesen Kommentaren nachlesen.

  • 26.02.2013, 13:47 UhrTraumschau

    @GG81
    Naja, das sehen nicht alle so wie Sie! Beispielsweise der Chef der amerikanischen Börsenaufsicht hat da eine ganz andere Einschätzung. Aber wahrscheinlich redet der Ihrer Meinung nach auch nur Stuss? Der Artikel ist von 2009 - mir ist aber nicht bekannt, dass sich seitdem etwas grundlegend geändert hätte!
    http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/rohstoffe/:preisblase-us-aufsicht-attackiert-energiespekulanten/537068.html?mode=print

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