
WashingtonDie für den Derivatehandel zuständige Börsenaufsicht CFTC verabschiedete am Dienstag nach langer und kontroverser Debatte einen Entwurf zur Regulierung des Handels mit Öl, Metallen und Getreide, der die Spielregeln des milliardenschweren Geschäfts grundlegend verändern würde.
Kernpunkt ist der umstrittene Vorschlag, die Zahl der von einem Händler gehaltenen Kontrakte zu begrenzen. CFTC-Chef Gary Gensler verspricht sich davon eine Beruhigung der Preisentwicklung. Weite Teile der Branche wollen sich solche Fesseln aber nicht anlegen lassen und warnen davor, dass Investitionen dann nach Übersee auf weniger streng regulierte Märkte abwandern.
Aus Sicht der Befürworter härterer Vorgaben tragen Spekulanten viel zur Verteuerung von Rohöl oder anderen Rohstoffen bei und erhöhen damit die Kosten von Industrie und Verbrauchern: „Wir haben die Verantwortung und müssen sicherstellen, dass der Ölpreis nicht länger von denselben Spekulanten nach oben getrieben wird, die die verheerende Rezession ausgelöst haben, in der unsere Arbeiterfamilien nun stecken“, wettert beispielsweise der demokratische Senator Bernie Sanders. Die Kritiker halten einen solchen Kampf gegen die Kräfte des Marktes für unsinnig: „Die Zahl der Kontrakte zu begrenzen, ist wie das Verbot von Leerverkäufen“, sagt Remco Lenterman von der niederländischen IMC Trading. „Man versucht die Preise zu beeinflussen, weil sie einem zu hoch erscheinen. Es gibt unendlich viele Belege dafür, dass das kontraproduktiv ist.“
Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass in 100 Jahren 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben.
Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.
beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft.
der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.
als vor einem Jahr kosten unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.
konnten Anleger mit Rohstoffaktien seit 2002 einfahren.
Die CFTC hat Monate damit verbracht, einen Zusammenhang zwischen spekulativen Geschäften und einem Anstieg der Preise nachzuweisen. Die Zahl der Studien dazu von Aufsichtsbehörden auch in Europa oder Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds sowie aus der Branche ist groß, ohne dass ihr Ergebnis auf einen Nenner zu bringen wäre. CFTC-Chef Gensler hatte jedoch die Mehrheit von drei Stimmen in der fünfköpfigen Kommission zusammen, die die Einführung der sogenannten „position limits“ beschloss.
Immer wieder ein Hochgenuss, einen Ihrer - wirklich fundierten - Kommentare lesen zu dürfen!! Ganz im Ernst, weiter so!!!
Welche Maßnahme welchen Effekt bringt, weiss keiner seriös zu beantworten. Es gibt da nur eine Tatsache, die unbestritten ist: Der Hunger der Menschen nach Rohstoffen hat exorbitant zugenommen und wird das in Zukunft unhaufhaltsam weiter tun. Auf der anderen Seite sind die Ressourcen begrenzt bzw nur begrenzt wirtschaftlich nutzbar zu machen. Diesen Grundtrend wird keiner beeinflussen können, und das ist auch gut so. Allein schon im Sinne der Umwelt.
Egal wieviel Spekulation in den Rohstoffpreisen auch stecken mag, langfristig steht der Preis - an transparenten und funktionierenden Märkten - im Durschnitt immer da, wo er auch "realwirtschaftlich" hingehört.
Das die Amis nun auch langsam zu glauben scheinen, dass mit weniger Liquidität im Markt weniger Kursausschläge verbunden sind, macht mich nachdenklich.





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