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03.07.2007 
Hohe Nachfrage

Boom am Diamanten-Markt

von W. Drechsler

Ein Diamant ist unvergänglich – auch als Wertanlage. Die Weisheit, die einst das Unternehmen De Beers als Werbeslogan etablierte, bewahrheitet sich derzeit mehr denn je. Dabei holt die Branche nun ihre Kurzsichtigkeit bei der Erschließung neuer Minen ein: Rohdiamanten werden knapp.

Weiterhin Objekte der Begierde: Diamanten.Lupe

Weiterhin Objekte der Begierde: Diamanten.

KAPSTADT. Die Diamantenbranche schaut voller Optimismus in die Zukunft. Nach einem leichten Rückschlag Ende 2006 haben sich die Preise für natürliche Rohdiamanten kräftig erholt. Die großen Produzenten freuen sich ausnahmslos über eine anhaltend hohe Nachfrage. Nach Angaben des südafrikanischen Marktführers De Beers sind die Diamantenverkäufe im vergangenen Jahr um mehr als fünf Prozent gestiegen.

Auch die weiteren Aussichten werden gemeinhin als „robust“ eingestuft – trotz einiger Unwägbarkeiten wie einem möglichen Zinsanstieg oder einer weiteren Abkühlung des US-Immobilienmarktes. Die USA sind mit fast 50 Prozent noch immer mit Abstand der größte Abnehmer von Diamantenschmuck.

Dank des starken Wachstums der Weltwirtschaft und der Erschließung neuer Märkte in Asien erwarten Beobachter wie James Picton vom britischen Wertpapierhaus WH Ireland eine langfristige Fortsetzung des Wachstumtrends. So steigt die Nachfrage allein in Indien und China pro Jahr um rund sieben Prozent. Acht von zehn Hochzeitspaaren in Schanghai kaufen heute einen Diamantring. Aber auch in den Ölförderländern im Mittleren Osten steigt das Interesse an Diamantenschmuck.

Positiv wirkt sich zudem aus, dass das Angebot an Rohdiamanten seit mehr als zwei Jahren stagniert. Beobachter wie Evy Hambro, Minenexperte bei Merrill Lynch, sind davon überzeugt, dass das Ungleichgewicht zwischen der hohen Nachfrage und dem rückläufigen Angebot in den nächsten Jahren preistreibend wirkt. Wie andere rechnet auch Hambro mit einem zunehmenden Mangel an Rohdiamanten. „Diamanten haben unter den Rohstoffen die besten Aussichten“, glaubt er. Nach seiner Ansicht ist die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage im Diamantensektor derzeit größer als in fast allen anderen Rohstoffsparten.

Das Angebotsdefizit liegt vor allem an den hohen Explorationskosten. Seit der Eröffnung der Diavik-Mine in Kanada vor vier Jahren verharrt die Diamantenproduktion auf dem gleichen Stand. Dabei haben die Förderer seither allein in Kanada mehr als eine Milliarde Dollar in die Suche neuer Vorkommen gesteckt. Dennoch ist keine neue Mine erschlossen worden. Dies zeigt, wie schwer das Auffinden neuer und vor allem ökonomisch abbaubarer Diamantenvorkommen wird. De Beers will in diesem Jahr über 100 Mill. Dollar in die Suche neuer Vorkommen stecken. Insgesamt dürften sich die Explorationsausgaben der gesamten Branche im Jahr 2007 auf 800 Mill. Dollar belaufen. Noch 2002 waren es nur knapp 250 Mill. Dollar.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Künstliche Diamanten keine Konkurrenz

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