Über die nächsten Wochen könnten Schätzungen zufolge neue Anlagemittel in Höhe von 3,5 Mrd. Dollar in die Rohstoffmärkte fließen. Auch die LME vermerkt ein wachsendes Anlegerinteresse an ihren Produkten. Dies zeige sich in dem siebenprozentigen Anstieg des Volumens der an ihr gehandelten Termin- und Optionskontrakte 2007. Die Umsätze stiegen damit bereits für das dritte Jahr in Folge; bei Aluminium war das spekulative Interesse am größten.
Eugen Weinberg von der Commerzbank fürchtet indes, dass es sich bei den Gewichtungsgewinnen des Sektors nur „um ein eher kurzfristiges Phänomen handeln könnte“. „Wenn der Januareffekt erst einmal abgeklungen ist, könnten die Preise wieder sinken“, meint auch UBS-Experte Bhar. Einhellig warnen die Experten, dass die Stabilisierung der Aufschläge für physische Ware (physical premiums) auf niedrigem Niveau eine neue Preisschwäche andeuten könnte. Zink und Nickel schienen, gemessen an ihren Aufschlägen, „fairer“ bewertet als die übrigen Metalle.
Kevin Norrish von Barclays Capital hält dagegen: Die Zahl der „cancelled warrants“ für Kupfer, das sind Benachrichtigungen über einen baldigen Abzug von Beständen, sei in den letzten Tagen in den LME-Lagerhäusern deutlich auf 7,8 Prozent der gehaltenen Bestände gestiegen. Dies sei der höchste Stand seit September 2006 und lasse auf eine baldige Verringerungen dieser Vorräte schließen. An der Metallbörse in Schanghai fallen die Bestände schon seit Monaten.
Die Analysten von Goldman Sachs rechnen für den Jahresverlauf 2008 sogar mit einem Anstieg des Kupferpreises auf über 9 000 Dollar je Tonne. Das würde einem Anstieg von über 25 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau entsprechen. Den höchsten Stand hatte das Industriemetall 2007 mit rund 8 300 Dollar erreicht.
