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05.04.2006 
Prognose

Club of Rome geißelt Rohstoffverschwendung

von Susanne Bergius

Neueste Prognosen des Club of Rome zur globalen Entwicklung zeichnen ein fatales Bild: In 70 Jahren steht der Welt ein Kollaps bevor, denn viele Möglichkeiten zur Ressourceneinsparung bleiben ungenutzt. Allein in Deutschland könnten durch besseren Ressourceneinsatz 200 Milliarden Euro für Investitionen freigesetzt werden.

BERLIN. „Wir haben dreißig Jahre geschlafen“, sagt Dennis Meadows, Mitglied des Club of Rome. Obwohl die Organisation schon 1972 vor einem Ende des wachstumsorientierten Wirtschaftens gewarnt habe, seien weiter Rohstoffe verschwendet worden. Die Umwelt sei so verschmutzt wie nie zuvor; die Probleme drohten schon in den nächsten Jahrzehnten akut zu werden, ein Umsteuern sei überfällig.

Der Club of Rome wurde 1968 gegründet, um einen weltweiten Austausch über globale Probleme zu ermöglichen. Heute hat er 50 Mitglieder, darunter Richard von Weizsäcker, Michail Gorbatschow oder Königin Beatrix. In Kürze erscheint in Deutschland ein Rückblick Meadows’ auf die 30 Jahre, die seit dem Furore machenden Buch „Grenzen des Wachstums“ des Expertenklubs vergingen.

Zukunftsforscher Meadows hat seine alten Szenarien zu Bevölkerungswachstum, Landwirtschaft, Industrialisierung, Umweltverschmutzung und Rohstoffausbeutung per Computersimulation aktualisiert. Bei unveränderter Wirtschaftsweise habe die Welt noch 70 Jahre bis zum Kollaps, so sein Ergebnis. Einen Ausweg sieht er – wie schon in den 70er-Jahren – in umwelt- und sozialverträglicherer Wirtschaftsweise.

Die Methoden Meadows sind umstritten, zumal manche der Befürchtungen aus der Gründungsphase des Klubs nicht eintrafen. Doch heute schließen sich immer mehr Wissenschaftler seinen Warnungen an. Die Wissenschaftler Robert Gordon und Thomas Graedel von der Elite-Universität Yale im amerikanischen New Haven errechneten, dass die Vorräte an Kupfer, Zink oder Platin zur Neige gehen, bevor die Entwicklungsländer westliche Lebensstandards erreichen. Heute kommen 80 Prozent der weltweiten Rohstoffe nur 20 Prozent der Menschheit zugute. Vor einem Jahr hatte eine von den Vereinten Nationen unterstützte Denkfabrik, die die Kenntnisse von 1 000 Wissenschaftlern vereint, vor der Bedrohung der Lebensgrundlagen gewarnt. Wachse im Zuge der Industrialisierung der Entwicklungs- und Schwellenländer die Nachfrage weiter derart rasant, würden die Vorräte an Wasser, Energieträgern und Wald bald enden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Effizientere Ressourcennutzung könnte ebenso die Wirtschaft ankurbeln.

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