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27.02.2008 
1,50-Euro-Marke geknackt

Der Euro ist zu teuer

Der Höhenflug des Euro kennt keine Grenzen: Die europäische Gemeinschaftswährung überstieg erstmals die psychologisch wichtige Marke von 1,50 Dollar. Allerdings dürfte sich das Verhältnis von Euro und Dollar bald spürbar verändern.

Neues Rekordhoch beim Euro: Die Währung profitierte direkt doppelt. Foto: dpaLupe

Neues Rekordhoch beim Euro: Die Währung profitierte direkt doppelt. Foto: dpa

HB NEW YORK. Viele Experten halten den Euro auf dem jetzigen Niveau für überbewertet, eine Korrektur nach unten gilt deshalb als so gut wie ausgemacht. „Der Markt hat schon viel Konjunkturpessimismus und damit deutliche Zinssenkungen in den USA eingepreist“, sagt Christoph Müller, Devisenanalyst bei der DZ Bank. Möglicherweise müsse einiges davon wieder „ausgepreist“ werden. Das heißt, die Anleger verkaufen ihre Euro wieder, wenn sie feststellen, dass die Prognosen übertrieben waren. Am morgen kostete der Euro 1,5049 Dollar.

Die Analysten rechnen damit, dass das staatliche Konjunkturpaket der US-Regierung im Sommer zu greifen beginnt. Das würde den Dollar stärken. Dafür spreche, dass die US-Notenbank Fed der Wirtschaft schon mit einer ganzen Serie von Zinssenkungen unter die Arme gegriffen habe, sagt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Seit Beginn der Subprime-Krise im Sommer haben die Notenbanker die Leitzinsen um 2,25 Prozentpunkte auf jetzt drei Prozent heruntergeschraubt, weitere Zinssenkungen haben sie signalisiert. Damit wollen die Geldhüter verhindern, dass die größte Volkswirtschaft der Welt in eine Rezession rutscht. Das könnte ihnen gelungen sein. „Im zweiten Halbjahr könnte die US-Konjunktur wieder an Fahrt gewinnen“, prognostiziert Fritsch. Ein Anstieg des Dollar wäre die Folge.


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Nicht zu vernachlässigen ist die Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone selbst.Während die einen mit einer baldigen Zinssenkung durch die EZB rechnen, halten andere dies in diesem Jahr für wenig wahrscheinlich und schließen gar eine Zinserhöhung bei steigenden Inflationsrisiken nicht ganz aus. Denn die EZB ist nur stabilen Preisen verpflichtet, während die Fed daneben auch auf das Wachstum achten müsse. Freilich könne auch die EZB die Risiken der Konjunktur nicht ignorieren, zumal auch in der Euro-Zone einige Länder am Rande eines Abschwungs stehen. Die meisten Ökonomen rechnen daher für die zweite Jahreshälfte auch in der Euro-Zone mit fallenden Zinsen.

Für europäische Schnäppchenjäger in amerikanischen Einkaufszentren könnte es also eng werden. Doch Vorsicht vor übereilten Devisenkäufen am hiesigen Bankschalter. Hierzulande werden dabei nämlich Gebühren fällig – meist etwa vier US-Cent. In den Genuss des aktuell hohen Euro kommt nur, wer seine Kreditkarte vor Ort einsetzt oder direkt beim Partner einer deutschen Bank Dollar am Automaten in den USA abhebt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ölpreis knackt 100-Dollar-Marke

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