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09.10.2007 
Forst-und Papierbranche

Der Holzmarkt ist gespalten

von Helmut Steuer

Neue Besen kehren gut. Das hofft man derzeit auch in der nordeuropäischen Forst- und Papierbranche. Fast alle namhaften Papierkonzerne haben in den vergangenen Monaten ihr Spitzenpersonal ausgetauscht. Überkapazitäten, ein schwacher Dollar und zumindest in den USA deutlich fallende Preise für Papier setzen der gesamten Branche schwer zu.

STOCKHOLM. „Es ist ein sehr gespaltenes Bild, das die Branche abgibt“, sagt Forst-Analyst Alexander Vilval von der HQ Bank in Stockholm. Tatsächlich gibt es keinen einheitlichen Trend für die Industrie. Denn die Forst- und Papierbranche ist in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig. Sie beforstet Wälder, gewinnt aus den Bäumen sowohl Schnittholz wie auch das Grundmaterial für die Papierherstellung, den Zellstoff, und natürlich gehört auch die eigentliche Papier- und Kartonagenherstellung zu den Tätigkeitsbereichen.

Das, was einst als Gold des Nordens, das Holz, bezeichnet wurde, hat sich in den vergangenen zwei Jahren zu einem Klotz am Bein entwickelt. Denn die verschiedenen Bereiche der Branche entwickeln sich eben nicht einheitlich. Ausgelöst durch den Wirtschaftsboom in China ist die Nachfrage nach Holz weiterhin ungebrochen. Die Preise für Schnittholz liegen deshalb auf hohem Niveau. Chinas enorme Nachfrage nach Holz wird hauptsächlich durch russische Forstkonzerne gedeckt, die bislang auch nach Europa geliefert haben. Durch die russische Konzentration gen Osten werden neue Freiräume für die nordeuropäischen und nordamerikanischen Konkurrenten geschaffen. Wie lang der Trend mit hohen Holzpreisen noch anhält ist schwer vorherzusagen. Analyst Vilval ist pessimistisch: „Der Bauboom in den USA ist vorbei, deshalb werden die Preise für Holz mittelfristig sinken.“ Beim Papier ist das bereits geschehen: Vor allem die nachlassende Nachfrage nach Zeitungspapier in den USA hat die Preise bereits deutlich fallen lassen; in Europa hat sich dies noch nicht so stark bemerkbar gemacht. Ausgelöst wurde der Negativtrend durch sinkende Zeitungsauflagen und die immer stärkere Hinwendung zu elektronischen Informationsdiensten. Analyst Vilval glaubt dennoch, dass sich die europäischen Zeitungsverleger bei den Preisverhandlungen für das kommende Jahr, die in einigen Wochen beginnen werden, über sinkende Preise freuen können.

Zu schaffen machen den Forstkonzernen die bestehenden Produktionsüberkapazitäten. Zwar wurden einige der gigantischen Papiermaschinen stillgelegt, doch konnten die Lager nicht wesentlich abgebaut werden. Das wiederum wirkt sich zusätzlich negativ auf die Preise aus. Sorgen bereitet außerdem der schwache Dollar, da wie beim Rohöl auch in der Papierbranche der Dollar die Leitwährung ist.

Die angestrebten Renditen im Verhältnis zum eingesetzten Kapital von bis zu 13 Prozent können daher nicht gehalten werden, sie liegen derzeit bei den Großen der Branche gerade einmal bei fünf bis sechs Prozent. „Eine schwierige Zeit für die Branche“, urteilte deshalb auch die Ratingagentur Moody’s. Die weiterhin gute Konjunktur in Europa hilft nur wenig, wenn die Kosten für die extrem energieintensive Forst- und Papierindustrie stetig steigen und dieser Druck nicht durch Preiserhöhungen kompensiert werden kann.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hohe Nachfrage nach Papier.

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