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22.05.2008 

Finden Sie nicht, dass ein Konzern wie Shell auch gesellschaftliche Verantwortung hat, zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beizutragen?

Das ist doch ganz klar. Darum haben wir uns schon vor vielen Jahren entschieden, in erneuerbare Energien einzusteigen. Wir wollen die nachhaltige Entwicklung fördern und investieren hier relativ viel in Forschung und Entwicklung.

In letzter Zeit drängt sich der Eindruck auf, dass für Shell und andere Energiekonzerne eine neue Phase im Umgang mit alternativen Energien begonnen hat. Die Zeit des Ausprobierens ist vorbei, nun sollen die erneuerbare Energien richtig Geld verdienen. Trifft das zu?

Erneuerbare Energien sind für uns ein fester Teil der Strategie. Unsere Zukunftsszenarien zeigen, dass wir in den nächsten Jahrzehnten einen weitaus höheren Energiebedarf in der Welt abdecken müssen. Das kann aber nur zum Teil durch erneuerbare Energie geschehen.

Welche erneuerbaren Energien bleiben für Sie interessant?

Unser Augenmerk richtet sich auf Windenergie, Biokraftstoffe der zweiten Generation, Solar und Wasserstoff. Für uns muss eine erneuerbare Energie eine gewisse Größe haben, damit wir das als globale Firma vorantreiben können. Wenn wir sehen, dass eine Technologie für uns keine langfristige, globale Entwicklung ermöglicht, dann kann es durchaus sein, dass wir aussteigen und stattdessen vielleicht in neuere Techniken investieren. So haben wir uns etwa von der konventionellen Solartechnologie abgewandt und verfolgen nun die Dünnschichttechnologie weiter. Es wird immer wieder Portfoliobewegungen geben.

Umweltschützer haben den Ölmultis lange Zeit vorgeworfen, dass ihre Investitionen in alternative Energien vor allem der Imageverbesserung dienen. Was sagen Sie dazu?

Das stimmt nicht. Unsere Szenarien zeigen, dass wir in der Zukunft alle Energieformen brauchen werden. Wir müssen sowohl in fossile als auch in erneuerbare Energien investieren, um sie weiterzuentwickeln. Das ist für uns kein PR-Effekt, sondern Teil der längerfristigen Strategie eines globalen Energiekonzerns.

Die Fragen stellte Dirk Heilmann.

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