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31.12.2008 
Ölpreis

Diesel für weniger als einen Euro

Autofahrer wird?s freuen, doch eigentlich ist es ein Krisensignal: Der Ölpreis fällt am letzten Tag des Jahres wieder. Nur noch 38 Dollar kostet ein Barrell in New York. Und Spritpreise - zumindest für Diesel - sinken zum ersten Mal seit langem unter einen Euro.

HB NEW YORK. Trotz des Rekordhochs im Juli mit mehr als 147 Dollar ist der Preis somit im Jahresverlauf um 60 Prozent gesunken. 2007 gab es einen Anstieg um 57 Prozent. An der New Yorker Rohstoffbörse rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl mit Liefertermin Februar um 1,34 Dollar auf 37,69 Dollar. Ursache des Preisverfalls ist der weltweite Wirtschaftseinbruch, der die Nachfrage nach Öl massiv gedrosselt hat. Zurzeit stützen offenbar noch die Sorgen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Israel und der Hamas in Gaza die Ölpreise: Vor Ausbruch der Kämpfe war der Ölpreis sogar zeitweise auf 33,87 Dollar eingebrochen.

Die Entwicklung bei den Rohstoffpreisen macht sich auch bei den Raffinerieprodukten deutlich bemerkbar. Zum ersten Mal seit fast vier Jahren kostet ein Liter Diesel weniger als einen Euro. Nach Angaben des Mineralölkonzerns Shell lag der Preis bei 0,997 Euro pro Liter. Der ADAC nannte sogar 0,987 Euro pro Liter. Solch niedrige Preise gab es zuletzt im März 2005, wie der Fachdienst EID mitteilte. Ein Liter Superbenzin kostete zwischen 1,05 und 1,06 Euro, der tiefste Stand seit genau fünf Jahren.

Der Preis für Heizöl ist zum Jahreswechsel auf den niedrigsten Stand seit Juni 2005 gefallen. Ein Liter kostet derzeit rund 52 Cent. Für das neue Jahr erwarten Experten allerdings wieder eine Umkehr des Trends. Das Unternehmen Vienna's JBC Energy sagte für 2009 einen Durchschnittspreis von 74,75 Dollar je Barrel voraus. Für höhere Preise könnten geringere Lieferungen aus Russland sorgen.

Im Jahr 2009 wird sich zudem herausstellen, ob die angekündigten massiven Förderkürzung des Ölkartells Opec von insgesamt 4,2 Millionen Barrel pro Tag eine Preiswende nach oben erzwingen können. Umgekehrt könnte eine weitere Schwäche der Wirtschaft die Ölnachfrage weiter dämpfen und die Preise unter Druck setzen.

Zahlreiche Ölexperten sind der Meinung, die niedrigen Preise würden langfristig zu einer neuen Ölkrise mit extremen Preisanstiegen führen: Bei den gegenwärtigen Preisen sind teure neue Ölprojekte wie die Suche in der Tiefsee nicht zu finanzieren. Wenn die Nachfrage in einem oder zwei Jahren wieder anzieht, würden diese neuen Quellen nicht zur Verfügung stehen.

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