Nach Angaben der amerikanischen Geological Survey (USGS) folgen Russland mit den Unternehmen Silvinit und Uralkali und Weißrussland mit Belaruskali auf den Plätzen zwei und drei. Die Kasseler K+S hat einen Marktanteil von 12,4 Prozent. „Nur etwa 15 Länder sind nennenswerte Kali-Produzenten, wobei Weißrussland, Kanada, Deutschland, Israel, Jordanien und Russland etwa 90 Prozent der globalen Kapazität betreiben“, so die USGS. Nach Angaben von Kevin Stone, Kali-Experte im kanadischen Rohstoffministerium, gehen etwa 80 Prozent der Weltproduktion in den grenzüberschreitenden Handel; dabei stellen die sechs großen produzierenden Länder 98 Prozent des globalen Handels. Asien, vor allem China und Indien, und Südamerika, in erster Linie Brasilien, sind starke Importeure.
Ortslan geht davon aus, dass die global starke Nachfrage nach Düngemitteln anhalten und zu Rekordmengen führen wird. Damit seien weitere Kursgewinne für die Aktien der Düngemittelindustrie und steigende Preise für Düngemittel zu erwarten. „Die Marktbedingungen für Düngemittelaktien sind sehr fruchtbar. Konsumenten werden sich einer Inflation bei Lebensmittelpreisen gegenübersehen, die sie nicht kontrollieren können, aber sie werden ihre Verbrauchsgewohnheiten nicht ändern“, sagt Ortslan. Die Potash-Aktie hat bereits deutlich reagiert: Vor einem Jahr lag sie noch bei 47 US-Dollar, am Freitag schloss sie in New York mit 119,89 Dollar. Brian MacArthur von UBS in Toronto hat das Zwölf-Monats-Kursziel auf 135 Dollar angehoben. Er sieht die PotashCorp „wohl positioniert, die wachsende Nachfrage nach Kali zu befriedigen“, zumal dessen Reserven für 100 Jahre Produktion reichten.
Gut für Anleger: Täglich eine neue Investmentidee auf Handelsblatt.com !
Immer wichtiger wird auch an diesem Markt China. Die Aufmerksamkeit richte sich bisher vor allem auf den Markt für Metalle, Bau, Öl und Fahrzeuge. Dabei hätten viele Beobachter den Aufwärtstrend im Getreide- und Düngermarkt übersehen, „die wirklichen Bedarfsprodukte Chinas“, meint Ortslan. Laut Joyce Ober von USGS ist Asien der wichtigste regionale Verbraucher geworden mit einem Anteil von 30 Prozent. Vom jährlichen Bedarfszuwachs bei Kali von etwa 2,7 Mill. Tonnen könnten 60 Prozent auf Asien entfallen, schätzt die USGS unter Berufung auf Daten der International Fertilizer Association.
Markt mit Potenzial
Begriff: Kali-Dünger wird vor allem in Form von Kaliumchlorid (KCl) zugeführt. In Nordamerika und in englischsprachigen Publikationen europäischer Unternehmen wird die Substanz als „Potash“ bezeichnet, was aber nur ungenau mit „Pottasche“ übersetzt werden kann, da es sich bei Pottasche um Kaliumkarbonat handelt.
Bedarf: Die weltweite Nachfrage und der Verbrauch lagen 2006 nach Angaben der International Fertilizer Association bei 50 Mill. Tonnen Kaliumchlorid. Damit blieb der Bedarf leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres. Allerdings hatte ein Konflikt zwischen Förder- und Abnehmerländern über Basispreise den Welthandel im ersten Halbjahr belastet. Nach Einschätzung der PotashCorp, des weltgrößten Herstellers, könnten Produktion und Verbrauch in diesem Jahr wieder 54 Mill. Tonnen erreichen. Die Kurs der Potash-Aktie hat dank des positiven Ausblicks deutlich zugelegt.
Angebot: Produktion und Nachfrage halten sich seit Jahren etwa die Waage. Die Produktion bietet aber noch freie Kapazitäten und damit Raum, auf Nachfragesteigerung zügig zu reagieren.
