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09.11.2008 
Inflationssorgen

Experten erwarten Comeback des Goldes

von Ingo Narat

Der Rückgang des Goldpreises wird sich nach Meinung von Rohstoffexperten bald umkehren. Viele Beobachter erwarten schon bald wieder Preise oberhalb von 1 000 Dollar für die Feinunze.

Goldanlagen gelten in Krisenzeiten als sicher. In den vergangenen Monaten wurden sie diesem Ruf allerdings nicht gerecht. Der Preis fiel im Gleichschritt mit anderen Anlageklassen zurück. Foto: ReutersLupe

Goldanlagen gelten in Krisenzeiten als sicher. In den vergangenen Monaten wurden sie diesem Ruf allerdings nicht gerecht. Der Preis fiel im Gleichschritt mit anderen Anlageklassen zurück. Foto: Reuters

MÜNCHEN. Die Inflationsängste werden wieder aufleben und den Goldpreis treiben. Davon zeigten sich Ökonomen und Rohstoffexperten auf der „Edelmetallmesse“ in München, mit rund 5 000 Teilnehmern die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland, überzeugt.

In den vergangenen Monaten war der Goldpreis von etwas über 1 000 auf unter 700 Dollar je Unze (31 Gramm) gefallen. Eine Ursache war die Liquiditätsnot von Investoren, die Positionen in allen Vermögensklassen auflösen mussten, auch beim Gold. Marktteilnehmer erwarten jedoch eine Trendwende. „Ich sehe bis zum Jahresende 900 Dollar, im ersten Quartal nächsten Jahres einen vierstelligen Preis“, sagt James Turk, Gründer der Online-Handelsplattform goldmoney.com. Martin Siegel, Verwalter von Goldaktienfonds, sieht „einen Gleichgewichtspreis bei 1 400 Dollar“

Laut Thorsten Polleit, Chefvolkswirt von Barclays Capital Deutschland, „ist Inflation als Thema auf den Finanzmärkten nicht präsent“. In den vergangenen Monaten hatten sinkende Rohstoffpreise und Rezessionssorgen Ängste vor steigender Geldentwertung in den Hintergrund gedrängt und eher die Furcht vor einer Deflation aufkeimen lassen. „Doch so wird es nicht kommen“, glaubt Polleit, „das ist eine Chance für Goldanleger“. Als Treiber der Inflation erkennt er „zu viel Geld, zu viel Kredit, zu niedrige Zinsen“.

Ähnlich sagt Robert Hartmann, Geschäftsführer des Edelmetall-Handelshauses Pro Aurum: „In ein paar Monaten reden wir wieder über Inflation. Ich kann mir zweistellige Preise vorstellen.“ Seiner Meinung nach kann dann Gold seine Rolle als klassischer Inflationsschutz ausspielen.

Andere Marktteilnehmer sind noch extremer in ihrer Meinung. „Ich erwarte einen gewaltigen Preisschock in den nächsten 12 bis 18 Monaten", sagt Fondsmanager Uwe Bergold. Turk prognostiziert: „Die Geldmengenexplosion wird in einer Hyperinflation münden.“

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