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20.10.2005 
Analysten werten Kursrückgang als technische Korrektur

Experten erwarten steigenden Goldpreis

von Wolfgang Drechsler und Regine Palm

Der Preis für die Feinunze Gold hat gestern einen Teil seiner zuletzt kräftigen Kursgewinne abgegeben. Mit 465,50 Dollar je Feinunze (31,10 Gramm) notierte das Edelmetall in London deutlich niedriger.

KAPSTADT. In der vergangenen Woche war Gold mit 480 Dollar auf den höchsten Stand seit Anfang 1988 geklettert. Der Kursrückgang wird von Experten als vorübergehend angesehen, vorsichtiger sind Analysten dagegen bei den Goldminenaktien.

Bis Ende 2006 wird sich Gold auf 600 bis 800 Dollar verteuern, prognostiziert Markus Mezger von Tiberius Asset Management. „Fundamental spricht immer noch sehr viel für Gold“, sagt er. Den jüngsten Preisabschlag wertet er nur als „technische Korrektur“, nicht als längere Baissephase. Denn Gold gelte gegenüber anderen Anlageklassen nach wie vor als unterbewertet. Ein Thema bei Gold bleibe etwa nach wie vor „der Schutz vor Geldentwertung“. Nach Einschätzung der Experten von Gold Fields Mineral Services in London wird Gold auch durch eine steigende Schmucknachfrage gestützt. Sie gehen davon aus, dass die Nachfrage in diesem Jahr um rund sieben Prozent auf 2 800 Tonnen steigen wird. Dem steht eine Produktion von knapp 2500 Tonnen gegenüber.

Optimistisch ist auch „Goldguru“ Martin Murenbeeld. Für 2006 prophezeit er einen durchschnittlichen Preis des Edelmetalls von 502 Dollar. Dabei könnte die aktuelle Entwicklung bereits die von ihm unterstellte „Atempause“ am Goldmarkt sein. Im kommenden Jahr hält er sogar einen Durchschnittspreis von 565 Dollar für möglich.

Zunehmend interessant wird ein Gold-Engagement offensichtlich nun auch für Anleger aus der Euro-Zone. In den vergangenen Jahren mussten sie erleben, dass ein Goldpreisanstieg häufig durch den parallel (zum Euro) fallenden Dollar unter dem Strich kompensiert wurde. Dies hat sich geändert. Seit kurzem steigt der Goldpreis auch in Euro. Während Gold seit Anfang Mai in Dollar um 6,7 Prozent gewann, waren es in Euro 15,4 Prozent.

Aber auch insgesamt kann sich die Preisentwicklung des Edelmetalls sehen lassen. Anfang 2005 kostet Gold rund 420 Dollar; zu Beginn des Junis waren es sogar nur rund 415 Dollar.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kursfeuerwerk

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