Darüber herrschte in Madrid sowieso große Einigkeit. "Die Preise sagen uns, dass das Ölangebot nicht ausreichend auf die steigende Nachfrage reagiert", sagte BP
-Chef Tony Hayward. Die Produzenten täten sich schwer, den sinkenden Ausstoß reifer Ölfelder mit neuen Quellen zu kompensieren. "Der Markt ist heute viel enger, als wir vor fünf Jahren erwartet hätten", sagte Shell
-Chef Jeroen van der Veer. Die Reaktion der Autofahrer auf die steigenden Preise sei relativ langsam. Auf der Angebotsseite würden neue Projekte immer teurer und zeitaufwendiger.
In der Tat sind Verschiebungen und Verzögerungen bei der Erschließung großer Ölfelder eine Hauptursache für die sinkende Angebotsprognose der IEA. Großprojekte hätten in der Industrie im Schnitt mit Verzögerungen von zwölf bis 15 Monaten zu kämpfen, sagte Eagles. Die Kosten vervielfachten sich teilweise. Prominentestes Beispiel ist das gigantische kasachische Ölfeld Kashagan, dessen Produktionsstart gerade erneut um zwei Jahre auf 2013 verschoben wurde. Bei der Unterzeichnung der Verträge 2000 hatte Konsortialführer Eni
einen Produktionsbeginn 2005 mit 1,5 Mill. Barrel am Tag angekündigt.
Die Hoffnungen der Ölkonsumenten liegen nun auf Saudi-Arabien. Der größte Ölproduzent besitzt auch die größten Reserven und hat angekündigt, ein neues Feld mit einer Kapazität von 2,5 Mill. Barrel am Tag rasch zu erschließen. Insgesamt werde die Opec ihre Kapazitäten bis 2012 um vier Mill. Barrel am Tag erhöhen, kündigte der Präsident der Organisation, Chakib Khelil, in Madrid an.
