US-Dollar je Barrel.
Für Horsnell ist es denn auch keine Überraschung, dass sich der Ölpreis während der jüngsten Wirren an den Aktienmärkten „relativ gut behauptet hat“. Viele andere Rohstoffe waren dagegen während der Turbulenzen stark unter Druck geraten, da die Investoren ihre Gelder abzogen. Dahinter steckten vor allem Befürchtungen, dass das starke Wachstum in China ins Stocken geraten könnte. Der immense Rohstoffbedarf des Landes hat in den vergangenen Jahren die Preise fast aller Rohstoffe deutlich anziehen lassen. Edward Morse von der Investmentbank Lehman Brothers sieht für Rohöl wegen des hohen Bedarfs Chinas ein fortgesetztes Anstiegspotenzial. Denn der rapide wachsende Ölbedarf Chinas, werde „systematisch unterschätzt, auch von der Internationalen Energieagentur in Paris“, sagt Morse.
Skepsis besteht zudem über den Beitrag der Nicht-Opec-Länder zur Weltölförderung. „Das Non-Opec-Angebot bessert sich nicht“, sagt Ebner. Dies spreche für steigende Preise. Die Londoner CGES weist zudem auf Verzögerungen bei der Inbetriebnahme neuer Felder und die sinkende Förderung aus Vorkommen hin, die zur Neige gehen. Dazu gehören Felder in Großbritannien, Norwegen, Mexiko und Ägypten.
Geringer Verbrauch in Deutschland
Witterung: Der milde Winter hat den Heizölabsatz in Deutschland drastisch einbrechen lassen. Dies teilte gestern der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) mit.
Heizöl: Üblicherweise steigt der Bedarf im Februar, auch weil Öltanks zum Ende des Winters hin aufgefüllt werden müssen. In diesem Jahr wurden nur 1,36 Mill. Tonnen leichtes Heizöl verkauft, 41,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Ende Februar fiel der Heizölabsatz um 34,2 Prozent.
Benzin: Auch die Benzin-Nachfrage blieb schwach. Bis Ende Februar fiel der Absatz um 9,1 Prozent auf rund drei Mill. Tonnen. Um 2,7 Prozent stieg dagegen der Absatz von Diesel. Der MWV begründet dies mit der guten Wirtschaftsentwicklung, die mehr Lkw-Verkehr nach sich zieht.
