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10.11.2008 
Rohstoffe

Finanzkrise lässt Holzpreise sinken

Im Zuge steigender Ölpreise ist die Nachfrage nach Holz in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Dem Holzpreis hat das allerdings wenig geholfen. Im Gegenteil: Der Großteil des holzes wird als Bauholz verwendet. Die Rezessionssorgen schlagen somit auch auf die Holzwirtschaft durch.

Ein Stapel frisch geschlagenen Holzes. Weil der Rohstoff vor allem in der Bauindustrie verwendet wird, erwarten Experten sinkende Preise. Foto: dpaLupe

Ein Stapel frisch geschlagenen Holzes. Weil der Rohstoff vor allem in der Bauindustrie verwendet wird, erwarten Experten sinkende Preise. Foto: dpa

HB LEIPZIG. Die rosigen Jahre für die Waldbesitzer sind vorbei. Nach einem regelrechten Boom seit 2005 - ausgelöst durch eine florierende Baukonjunktur und steigende Öl- und Gaspreise - müssen sich Eigentümer von Forstflächen derzeit mit sinkenden Preisen für Holz abfinden. "Die Finanzkrise hat die Holzwirtschaft erreicht", sagt Wolf-Gernot Bitter, Holzmarktexperte bei der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) in Bonn. Die Verkaufspreise für Nadel- Schnittholz lägen derzeit rund sieben Prozent unter Vorjahresniveau. Die Nachfrage werde bis Jahresende schwach bleiben, sagt Bittner.

Dass Holz in den vorigen Jahren wegen des galoppierenden Ölpreises als Rohstoff zum Heizen immer beliebter wurde, hilft dabei wenig. Der deutsche Holzmarkt ist stark vom Baugeschäft abhängig, auch der Kollaps des Immobilienmarktes in den USA traf die Branche schwer.

Etwa 65 Prozent des im sächsischen Staatswald geschlagenen Holzes würden als Bauholz verwendet, erläutert Thomas Rother, Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst. Im Fachjargon ist von "Profilzerspaner" die Rede. Rund 25 Prozent seien für die Spanplatten-Industrie sowie Papier- und Zellstoffwerke bestimmt, nur zehn Prozent "Energieholz". Auch Holzmarktexperte Bittner betont: "Brennholz ist nicht das Produktionsziel des Waldbesitzes."

Deutschland hat mit 3,4 Mrd. Kubikmetern Holz in mehr als elf Mio. Hektar Wald die größten Holzvorräte Europas. Knapp die Hälfte (44 Prozent) davon ist in Privatbesitz, 34 Prozent ist Staatswald, und 22 Prozent gehören Körperschaften wie Kirchen oder Kommunen. Baden-Württemberg und Bayern sind - gemessen an den absoluten Zahlen - die waldreichsten Bundesländer, in Ostdeutschland führt Berlin-Brandenburg mit mehr als einer Million Hektar Wald die Rangliste an. Dabei seien die Wälder im Süden dank besserer Boden- und Niederschlagsverhältnisse ertragreicher als die im Norden und Osten, sagt Stefan Fenner, Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. "Unsere Bäume sind kürzer und dünner."

Fenner erwartet, dass die Auswirkungen der Immobilien- und Finanzkrise erst 2009 voll auf den Holzmarkt durchschlagen. Im Moment erzielten die Landesforsten dank langfristiger Verträge noch recht gute Preise, sagt er. Für die zwei Mio. Kubikmeter Holz, die jährlich aus dem niedersächsischen Landeswald verkauft werden, seien die Erträge von durchschnittlich 41 Euro pro Kubikmeter im Jahr 2005 auf zuletzt 56 Euro in diesem Jahr geklettert. "Für 2009 planen wir wesentlich konservativer." Gerechnet werde mit Preisabschlägen je nach Baumart zwischen zehn und 15 Prozent.

Holzmarktexperte Bitter glaubt aber langfristig an eine Erholung. "Holz als Rohstoff liegt grundsätzlich im Trend der Zeit", sagt er. Zwar sei nicht absehbar, wann sich die wichtigen Immobilienmärkte in den USA und im westeuropäischen Ausland erholen werden. Holz als nachwachsender Rohstoff sei jedoch generell von Bedeutung.

"Forstwirte haben im Grunde keinen Zwang einzuschlagen, weil sie keine einjährigen Pflanzen haben", sagt Bitter. Bäume könnten - jedenfalls theoretisch - noch ein weiteres Jahr stehen bleiben. Allerdings drohen den Waldbesitzern dann Einnahmeausfälle. "Wenn man wieder Geld verdienen will", mahnt Bittner, "muss man auf allen Seiten dafür sorgen, dass die übervollen Lager wieder leer werden.

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