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29.05.2007 
Anhaltende Nachfrage

Fondsanleger kaufen Silber

von Udo Rettberg

Im 19. Jahrhundert wurden die USA von einem gewaltigen Goldrausch erfasst. Auch derzeit stehen diese Metalle wieder hoch im Kurs. Anleger entdecken gerade das Silber neu und die Rohstofffonds treiben so die Preise. Dieser Boom ist aber nur die Spitze des Eisbergs.

FRANKFURT. Silber hat in den vergangenen Wochen analog zu Gold an Wert verloren. Doch die aktuelle Schwächephase, in deren Verlauf der Preis von 15 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) auf nur noch etwas mehr als 12,50 Dollar fiel, gilt unter Experten nur als Zwischenstopp im Haussetrend eines zunehmend interessanter werdenden Rohstoffmarktes. Dabei entdecken vor allem Fondsanleger die Edelmetalle.

„Der Silberpreis kann im Verlaufe dieses Jahres durchaus wieder die Marke von 15 Dollar je Feinunze erreichen“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende (Chairman) des auf Rohstoffe spezialisierten Forschungsunternehmens GFMS Ltd, Philip Klapwijk, dem Handelsblatt. Nach seiner Einschätzung kommen die entscheidenden Impulse für einen Preisaufschwung bei Silber von den Kapitalanlegern. Auch andere Experten teilen diese Ansicht, dass die Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium als Anlage-Alternativen zu Aktien und Anleihen weiter an Bedeutung gewinnen und als Depotbeimischung eine größere Rolle spielen werden.

In jüngster Zeit hatte die lebhafte Emissionstätigkeit bei börsengehandelten Index- und Rohstofffonds – Exchange Traded Funds (ETF) und Exchange Traded Commodities (ETC) – die Preise gerade der Edelmetalle kräftig in die Höhe getrieben. Die Anleger nutzten dabei die durch diese Instrumente gebotenen Möglichkeiten für unkomplizierte und kostengünstige Investments in Rohstoffe immer stärker.

Noch optimistischer als Klapwijk ist Jeffrey Christian. Der geschäftsführende Direktor der auf Edelmetalle spezialisierten Asset-Management-Firma und Investmentbank CPM Group erwartet eine zunehmende Volatilität, also eine höhere Schwankungsbreite des Preises am Silbermarkt. Der Fachmann sieht den Silberpreis daher in den nächsten 18 Monaten zeitweise bis auf 20 Dollar in die Höhe schießen. Für die Jahre 2007 und 2008 erwartet er durchschnittliche Silberpreise von 13,75 bzw. 15,85 Dollar je Feinunze. Alles in allem sei davon auszugehen, dass Silber im laufenden Jahr eine bessere Wertentwicklung aufweisen werde als Gold, sagt der CPM-Chef.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Die Nachfrage nach Silber wird auch auf lange Sicht das Angebot übersteigen“

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