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23.04.2006 
Fortsetzung der Rohstoffhausse

Glaube an den Superzyklus

von Udo Rettberg

Die Zahl der Akteure in der globalen Finanzszene steigt, die an die These vom „Superzyklus der Rohstoffmärkte“ glauben. Vor einigen Jahren wurde dies nur von wenigen Querdenkern verbreitet.

Beliebter Rohstoff: Gold. Foto: dpaLupe

Beliebter Rohstoff: Gold. Foto: dpa

FRANKFURT. Inzwischen vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Ökonomen und Analysten von Konjunkturforschungsinstituten, Investmentbanken und Brokerhäusern Studien veröffentlichen, die in irgendeiner Form die Gefahr möglicher Versorgungsengpässe bei Rohstoffen aufzeigen. Die Preise der Commodities sind den immer optimistischeren Prognosen bereits seit Jahren vorausgeeilt.

Nachdem sich die repräsentativen Rohstoffindizes in den vergangenen viereinhalb Jahren mehr als verdoppelt haben, stellt sich für Kapitalanleger die Frage, ob es für den Einstieg in diese lange Zeit vergessene Anlageklasse zu spät ist. „Der Preisaufschwung der Rohstoffe wird sich noch für mehrere Jahre fortsetzen“, sagt der für Rohstoff-Research bei Goldman Sachs zuständige Jeffrey Currie in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Alle Fundamentaldaten würden für einen Superzyklus an den Rohstoffmärkten sprechen, sagt auch Eugene McBurney, Chairman der kanadischen Investmentbank GMP Securities.

Allerdings würde eine Abkühlung der heißen Rohstoffhausse nicht überraschen. Uwe Eberle von der Schweizer Hedge-Fonds-Gesellschaft RMF sieht mehrere Anzeichen einer Überhitzung an den Rohstoffmärkten. Viele Investoren hätten auf Grund der von so genannten Fachleuten ausgesprochenen „phantastischen Preisziele“ an den Terminbörsen große spekulative Positionen aufgebaut. Dies könne durchaus als Vorbote einer nahenden Preiskorrektur gewertet werden, sagt Eberle. Wie andere Finanzmärkte, so würden wohl auch Rohstoffe mit rückläufigen Preisen und Kursen auf eine möglich erscheinende Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums oder aber gerade auf eine Abschwächung des Konjunkturbooms in der extrem rohstoff-hungrigen Volksrepublik China reagieren, sagt zum Beispiel der berühmte Anlageguru Jim Rogers in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Echte Verkappung" bei einzelnen Gütern

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