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23.04.2006 

Andere Experten wie Eugene McBurney stimmen dem seit vielen Jahren auf Rohstoffe fokussierten Experten in dieser Einschätzung weitgehend zu. „Eine solche Entwicklung dürfte jedoch noch längst nicht das Ende des Rohstoffbooms darstellen“, sagt Currie. Die sehr robuste Rohstoffnachfrage aus Ländern wie China und Indien mache deutlich, dass bei einzelnen Gütern eine „echte Verknappung“ existiert, sagt auch Uwe Eberle. Bei längerfristiger globaler Betrachtung sei darüber hinaus festzustellen, dass sich bei Rohstoffen noch nicht wirklich viel getan habe, sagt der populäre Anlageexperte Marc Faber gegenüber dieser Zeitung. Denn in realen Werten gemessen, seien Rohstoffe weiter billig.

Wo aber sollten Anleger heute investieren? Für Jeffrey Currie steht fest, dass Investments in Rohstoffen weiter lohnend sind; denn er erwartet für den GSCI-Total-Return-Rohstoffindex für die nächsten zwölf Monate ein Anlageergebnis von rund 10 Prozent. Dabei sollten Industriemetalle und der Bereich Energie dominieren. „US-Erdgas ist derzeit der weltweit billigste Rohstoff überhaupt“, wird der Experte konkret. Currie rechnet zudem mit weiter steigenden Rohölpreisen.

Agrarische Rohstoffe gewichtet Currie dagegen ebenso unter wie Edelmetalle. Philip Klapwijk, Chairman der auf Edelmetalle spezialisierten Beratungsgesellschaft GFMS in London, sieht dagegen gute Chancen, dass Gold in diesem Jahr die Marke von 600 Dollar je Feinunze klar übertreffen und in den nächsten beiden Jahren das historische Hoch von 855 Dollar überspringen wird. Als Gold-Fan gibt sich auch Faber zu erkennen. Sein Argument: Asiens Notenbanken würden heute gerade einmal zwei Prozent ihrer Währungsreserven in Gold und den weitaus größten Teil in US-Dollar halten. Hier werde es in nächster Zeit zu einer Verschiebung zugunsten von Gold kommen, prognostiziert Faber.

Kapitalanlagen in Rohstoffen

Rohstoffindizes: Einer Analyse von Barclays Capital zufolge sind derzeit rund 140 Mrd. Dollar in Anlageprodukten investiert, die auf verschiedenen populären Rohstoffindizes basieren.

GSCI-Index: Der weitaus größte Teil dieses Betrages - nämlich rund 55 Mrd. Dollar – steckt nach Angaben von Stefan Weiser von Goldman Sachs im populären GSCI-Rohstoffindex seines Hauses, von dem es mehrere Subindizes gibt.

ETF-Indexfonds: Immer populärer werden Investments in an Wertpapierbörsen gelisteten so genannten Exchange Traded Funds (ETF). Seit November 2004 gibt es Gold-ETF und seit einigen Wochen auch Silber-ETF. Seit Anfang April können Anleger ihr Kapital auch in den an der American Stock Exchange gelisteten Rohöl-ETF investieren.

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