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28.01.2008 
Edelmetalle

Gold und Platin gehen wieder auf Rekordkurs

Gold und Platin sind so teuer wie niemals zuvor. Die Preise der beiden Edelmetalle wurden durch die Sorge vor einer Verknappung im wichtigen Förderland Südafrika getrieben; in südafrikanischen Minen stoppte eine Stromknappheit die Produktion der Edelmetalle. Mit den Preissprüngen konnte der Goldpreis seine Verluste aus der Vorwoche mehr als ausgleichen.

rp DÜSSELDORF. Am Freitag stieg der Goldpreis auf über 923 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) an. Platin kostete in der Spitze fast 1 700 Dollar. Dort hatten die Bergbaukonzerne Anglo Gold Ashanti, Gold Fields, Harmony Gold Mining und Anglo Platinum ihre Produktion wegen Strommangels stoppen müssen. Zuvor hatte sie der staatliche Stromkonzern Eskom informiert, dass er die Versorgung nicht mehr garantieren könne. Südafrika ist weltweit größter Platinproduzent und liegt bei Gold hinter China auf Platz zwei. Zusätzlich unterstützt wurde der Preisanstieg , vor allem die Verteuerung des Goldes, durch den weiter nachgebenden Kurs des US-Dollars. Gold und Dollar entwickeln sich traditionell entgegengesetzt.

Mit den Preissprüngen hat der Goldpreis seine zwischenzeitlichen Verluste aus der Vorwoche mehr als ausgeglichen. Im Zuge der massiven Kursverluste an den Aktienmärkten hatte sich auch Gold verbilligt. Erst die überraschende, hohe Zinssenkung durch die US -Notenbank hatte den Abwärtstrend bei den Aktien und auch beim Gold gestoppt. Die Anleger waren angesichts der Börsenturbulenzen also nicht in den "sicheren Hafen" Gold geflüchtet. Wolfgang Wrzesniok-Rossbach von Heraeus erklärt dies damit, "dass Anleger Verluste auf den Aktienmärkten auszugleichen hatten und hierzu die (noch) profitablen Positionen beim Gold auflösen mussten". Nach Einschätzung des Heraeus-Experten könnte sich diese Abhängigkeit von den Aktienmärkten fortsetzen. "Sollten sich auf diesen (den Aktienmärkten) die Skeptiker durchsetzen, ist nicht auszuschließen, dass auch der Goldpreis erst einmal noch unter Druck gerät", warnt Wrzesniok-Rossbach. Insgesamt bleibt er aber optimistisch für Gold und rechnet für das erste Quartal mit einem Preisanstieg bis auf 975 Dollar je Unze. "Eine mehr oder weniger ausgeprägte Rezession" werde dann die Edelmetalle spätestens im zweiten Halbjahr unter Druck bringen, so die Prognose.

Weitaus optimistischer ist Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. Er rechnet damit, dass die Edelmetalle Platin, Palladium und Silber wegen der weiterhin bestehenden Rezessionsangst zunächst unter ihrem "Industriemetallcharakter" leiden werden. "Doch als großer Krisengewinner sollte sich einmal mehr Gold erweisen." Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg prognostizieren aufgrund der Rezessionsängste, Inflationsgefahren und der sich abzeichnenden weiteren Zinssenkungen, das der Goldpreis bis zum Jahresende auf 1 000 US-Dollar steigen wird.

Zuversichtlich sind auch JP Morgan und Graham Birch von Black Rock. "Die Edelmetalle bieten ein starkes Bild", sagte Birch der Nachrichtenagentur Reuters. "Es war ohnehin schon eine sehr angespannte Angebots-/Nachfragesituation", erklärte er mit Blick auf Platin. Diese sei noch einmal durch die Stromknappheit in Südafrika verschärft worden. JP Morgan rechnet damit, dass Platin bis auf 1 750 Dollar steigen wird. Gold sehen die Experten der Investmentbank in diesem Jahr bei 950 bis 975 Dollar.

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