11 Bewertungen ****
23.10.2008 
Edelmetalle

Goldpreis enttäuscht die Erwartungen

von Wolfgang Drechsler und Regine Palm

Vor wenigen Wochen noch galt Gold als die Krisenanlage schlechthin. An den Bankschalter standen die Kunden Schlange für das Edelmetall. Seither ist der Preis aber kräftig gefallen. Und es könnte noch schlimmer kommen.

Gold gilt als Krisenanlage. Foto: dpaLupe

Gold gilt als Krisenanlage. Foto: dpa

KAPSTADT/DÜSSELDORF. Der Goldpreis stürzt immer weiter ab. Innerhalb von zwei Wochen hat das Edelmetall rund 190 Dollar eingebüßt. Dabei hatte sich Gold als Krisenwährung lange Zeit gut behauptet. Während die anderen Edelmetalle wegen der wachsenden Rezessionssorgen immer stärker unter Druck geraten waren, wurde Gold immer teurer. Die Experten sind mittlerweile vorsichtiger geworden.

Mit der Erholung der US-Währung ist das Edelmetall unter die Räder gekommen. Dabei hat das Tempo des Absturzes in den letzten Handelstagen deutlich zugenommen. Mit knapp 710 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm kostet Gold nun so wenig wie zuletzt im Juli 2007. Im März war es auf das Allzeithoch von 1 030 Dollar gestiegen.

"Vor allem der starke Dollar belastet Gold", sagt Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Dollar und Gold bewegen sich traditionell in entgegengesetzter Richtung. Die Preiseinbußen bei Gold führen Experten zudem darauf zurück, dass Investoren ihre Verluste in anderen Anlageklassen, insbesondere bei Aktien, schnell begleichen müssen.

Auch die Preise anderer Rohstoffe sind erneut abgerutscht. So kostete gestern eine Unze Platin weniger als 800 Dollar; dies war zuletzt Mitte 2004 der Fall. Es fehlt nicht mehr viel, und die Edelmetalle könnten erstmals nach vielen Jahren wieder gleich viel kosten. In den letzten Jahren lag der Platinpreis stets ungefähr doppelt so hoch wie der Goldpreis.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Rohstoffe + Devisen Rubriken

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Markt-Monitor

Erholung ohne Aussagekraft  Artikel in Merkliste

05.01.2009 von Ralf Drescher

Fast zehn Prozent hat der Dax in den vergangenen Tagen gewonnen. Und die hoffnungsfrohen Kommentare zur Börse mehren sich. Doch Vorsicht ist angesagt: Noch steht die Erholung auf wackeligen Füßen. Schon nächste Woche, wenn die US-Unternehmen in die Berichtssaison starten, könnte die Stimmung wieder kippen. Kommentar

Breakingviews

Gasstreit: Fest auf dem Spielplan  Artikel in Merkliste

04.01.2009 von Pierre Briançon, breakingviews.com

Wie jedes Jahr haben Russland und die Ukraine wieder einmal die Bühne erklommen, um ihr fest im Spielplan verankertes Drama „Der Große Gasstreit“ aufzuführen. In dem Streit um die Erdgaslieferungen zwischen der Ukraine und der russischen Gazprom prallen zwei Monopole aufeinander – russisches Gas und ukrainische Pipelines. Kommentar