Nach einer scharfen Linkskurve wird es eng am kleinen Stand vom Taurus Investors. Kaum ein Durchkommen. „Das ist ja wie auf dem arabischen Basar“, wundert sich Taurus-Chef Wolfgang Weber. Schlag auf Schlag geht die Ware weg. Vor allem Silbermünzen, aber auch der Ein-Kilo-Silberbarren von den Cook Islands. Webers Mitarbeiter kommt kaum nach. Vor ihm ein 30-Kilo-Silberbarren, der als Tresen herhalten muss. Die Kunden nehmen die georderte Ware in Empfang und legen dafür das Geld auf den Barren. Weber und seine Mannen haben Mühe die eingenommene Banknoten noch in irgendwelchen Schachteln unterzubringen – so gut läuft das Geschäft. Ein junger Mann mit studentischem Aussehen interessiert sich auch. Ein Silberbarren würde noch in seine Umhängetasche passen. Aber er kann sich nicht so recht entscheiden und vertagt den Kauf. „Ich habe schon zwei Kilo Silber, aber für die Altersvorsorge reicht das natürlich nicht“, sagt er.
Anschließend geht es in die Mittagspause. Nur wenige Schritte entfernt lockt das Catering. Zur Wahl stehen Reispfanne und die etwas teurere marinierte Putenbrust zu 7,70 Euro. An einem der Stehtische hat sich eine Dreiergruppe von Privatanlegern eingerichtet. Das Trio macht in Goldaktien und ist vor allem der Vorträge wegen angereist. „Ich habe extra deswegen meinen Malerbetrieb geschlossen“, sagt einer von ihnen.
Nach dem Lunch ab durch die letzten Gänge. Bei der Münzhandlung Göbel langt eine Dame zu. Die Mittdreißigerin kauft die australische Kookaburra-Münze in Silber, allerdings in der Zwei-Unzen-Variante. Sie hat schon Edelmetall, alles in Münzenform. Und sie macht aus ihren Ängsten keinen Hehl: „Es steht schlecht um die Weltwirtschaft, deshalb kaufe ich – zur Sicherheit.“
