„Es ist schwer vorstellbar, dass die Touristen weiterhin kommen, wenn riesige Lastwagen durch die Stadt donnern“, sagt David Browstein. Er leitet ein Aktionsbündnis gegen das Goldminen-Projekt. Denn es ist gerade ein paar Jahre her, seit die letzten Altlasten der stillgelegten Mine beseitigt worden sind.
Neben dem verstärkten Verkehr bereitet die Sorge um das Grundwasser den Bürgern das meiste Kopfzerbrechen. Schließlich muss Emgold 700 Millionen Gallonen Wasser (2,65 Millionen Kubikmeter) aus den stillgelegten Schächten pumpen. Die Wasserfrage ist auch nach Ansicht der kalifornischen Landesverwaltung die entscheidende rechtliche Hürde, vor der Emgold steht.
Die Minengesellschaft will sich um all diese Frage kümmern und im kommenden Sommer einen Umweltbericht vorlegen, wenn im Stadtrat die öffentlichen Anhörungen zu dem Projekt beginnen.
Emgold-Betriebschef Dave Watkinson sieht es so: Grass Valley ist landesweit so etwas wie ein Pilotprojekt für die Branche. Kalifornien hat die drittgrößte Minenindustrie der USA, sieht man von Kohle und Treibstoffen einmal ab. Dabei handelt es sich vorwiegend um Sand, Kies und andere Grundstoffe. Die Goldproduktion fiel im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf einen Wert von 19,6 Millionen Dollar. Das ist nur ein Bruchteil der gesamten Minenproduktion von 4,6 Milliarden Dollar.
Die Bergleute förderten von 1862 bis 1956 in „Idaho-Maryland“ rund 2,4 Millionen Feinunzen Gold. Dieser Wert wurde lediglich von der Mine „Empire“ in Grass Valley übertroffen, die es auf 5,8 Millionen Feinunzen brachte. „Empire“ ist heute ein Naturschutzgebiet.
Emgold-Manager Watkinson greift ökologische Aspekte auf, indem er von „intelligentem Wachstum“ spricht. Anders als bei anderen Projekten, die im amerikanischen Westen in der Vorplanung seien, könnte ein existentes Bergwerk durch die erneute Erz-Förderung sogar gesäubert werden. „Man nimmt eine historische Industriestätte, wo die Leute sogar zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit kommen können“, wirbt er für das Vorhaben. Emgold verspricht, dass die moderne Technik einen behutsamen Abbau ermöglicht – auch wenn die Bergleute täglich 30 bis 45 Tonnen Erz fördern sollen, weit mehr als die Tagesförderung von 1,5 Tonnen, als die Mine geschlossen wurde. Zudem hat Emgold eine Methode entwickelt, mit dem sich aus dem Produktionsabfall keramische Fliesen herstellen lassen.
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