Nach diesen wetterbedingten Preisrekorden hat sich die Lage zwar wieder ein wenig normalisiert. Branchenkenner erwarten allerdings, dass es zum Teil Monate dauern wird, bis die alten Fördermengen wieder erreicht sind. Zugleich steigt die Nachfrage nach dem schwarzen Brennstoff stetig: Der Internationale Energie Ausblick der US Energy Information Administration sagt voraus, dass der weltweite Kohlebedarf im Zeitraum von 2004 bis 2030 um 74 Prozent wachsen wird. Auch mittel- bis langfristig sieht es danach aus, dass das Angebot diese Nachfrage nicht stillen kann.
Es gibt eine Reihe von Gründen, weshalb Kohle noch wertvoller werden könnte. Schwellenländer benötigen für den Ausbau ihrer Infrastruktur Stahl. Die Stahl- und Eisenindustrie wiederum nutzt Kohle als Energiequelle. Fast zwei Drittel dieses Sektors ist weltweit von Kohle abhängig. Auch andere Industriezweige, wie die Zementindustrie, die Aluminiumproduktion, die Papierherstellung sowie die Chemie- und Pharmabranche, sind auf den schwarzen Rohstoff angewiesen.
Vom Preisanstieg profitieren Produzenten und Anbieter von Kohle - und mit ihnen Investoren, die auf diese Branche setzen. Allerdings schwankt der Preis für den Rohstoff erfahrungsgemäß stark, das Anlagerisiko ist entsprechend hoch. Privatanleger können dieses Risiko mindern, indem sie nach Möglichkeit breit gestreut in Unternehmen aus dem Kohlesektor investieren. Mit Hilfe spezieller Branchenindizes nehmen zum Beispiel Zertifikate Anlegern diese Allokationsarbeit ab.
Petra Becher ist Executive Director bei UBS
