Der gegenwärtige Rohstoffzyklus weist viele Parallelen auf. Ausgangspunkte waren erneut eine extrem expansive Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken in den Jahren 2002 und 2004 sowie geopolitische Konflikte in den Ölregionen.
Doch es gibt auch Unterschiede zu damals. So ist das Rohstoffangebot heute weniger durch politische Entscheidungen als vielmehr durch die Vernachlässigung von Investitionen während der Preis-Baisse der 1990er-Jahre begrenzt. Bislang ist eine globale Rezession und eine Abschwächung der Rohstoffnachfrage ausgeblieben. Im Gegenteil: Das Wachstum vieler Schwellenländer heizt die Nachfrage nach Rohstoffen an.
Das globale makroökonomische Bild trübt sich allerdings immer stärker ein: Die USA befinden sich wahrscheinlich bereits in einer Rezession. Gleichzeitig gibt es Anzeichen, dass sich die asiatischen Volkswirtschaften dem US-Abschwung auf Dauer nicht entziehen können. Der Vorteil dieses Zyklus ist jedoch das anhaltend hohe Anlegerinteresse an Rohstoffen. Auch deutet sich durch die Öffnung der US-Geldpolitik für das Jahr 2009 die nächste Aufwärtsbewegung nach dem Vorbild des Jahres 2003 an. Bis dahin sollten sich Rohstoffinvestoren aber auf volatile Märkte einstellen. Der Anleger sollte seinen Fokus darauf legen, im heterogenen Rohstoffmarkt mit einem aktiven Managementansatz sowohl an steigenden als auch an fallenden Märkten partizipieren zu können.
Sandra Bachofer und Thomas Benedix arbeiten im Bereich Research und Portfoliomanagement bei Tiberius Asset Management.
