0 Bewertungen
24.06.2008 

"Für günstig" hält Weinberg das Preisniveau für Nickel. Das zu zwei Dritteln von der Weltstahlindustrie verbrauchte Legierungsmetall beginne nach einer Halbierung des Preises binnen Jahresfrist für Anleger wieder interessant zu werden. Die hohen Vorräte verzeichneten erstmals seit langem Rückgänge.

Schon die Ankündigung kleinerer Produktionsausfälle eines Nickelbergwerks in Westaustralien reichte dieser Tage, um den Preis binnen eines Tages um sieben Prozent nach in die Höhe zu katapultieren. Deckungskäufe nervös gewordener Baissespekulanten waren dabei ein wichtiger Marktfaktor. Außerdem kauften die Nickelverbraucher wegen des niedrigsten Preises seit zwei Jahren in großem Stil ein. John Reade von UBS schließt in diesem Umfeld einen kurzfristigen Preisausbruch auf 25 000 Dollar je Tonne nicht aus.

Max Layton von Macquarie ist indes skeptisch. Er fasst nüchtern die "fundamentals" zusammen, die den Preisverfall des Metalls zuletzt sogar noch beschleunigt hätten: beträchtliche Bedarfskürzungen Chinas im Mai und Juni und Anzeichen für eine Abschwächung der Edelstahlkonjunktur in den USA und Europa. Selbst für Kevin Norrish von Barclays Capital, der die stark gestiegenen Industriemetallpreise meist mit optimistischen Prognosen begleitet hat, wäre ein erneuter Anstieg des Nickelpreises "nur von kurzer Dauer".

Auch die Zink- und Bleipreise sind wegen des nun reichlichen Angebots seit Jahresbeginn um 25 Prozent, Zink sogar auf den niedrigsten Stand seit 2005, gefallen. Sollte Zink noch billiger werden, müssten erste Minen schon bald schließen, meint ein Londoner Händler. Layton zufolge ist das Tief noch nicht erreicht: "Selbst wenn sich der Preis in den nächsten Monaten vorübergehend erholen sollte, lassen uns die voraussichtlich noch bis 2009/10 andauernden Überschüsse davon ausgehen, dass der Preis noch nicht den absoluten Tiefstand (rock bottom) erreicht hat."

In relativer Sicherheit können sich dagegen laut Norrish von Barclays noch die Investoren am Zinnmarkt wähnen. Der binnen Jahresfrist um etwa 50 Prozent gestiegene Preis pendele weitgehend stabil um die Marke von 22 000 Dollar je Tonne. Die Produktion Indonesiens, des bei weitem größten Zinnexporteurs der Welt, sei weit davon entfernt, sich zu normalisieren, während China wegen seines gestiegenen Eigenbedarfs seine traditionelle Rolle als Netto-Exporteur vorläufig nicht wieder aufnehmen werde.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Rohstoffe + Devisen Rubriken

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Markt-Monitor

Erholung ohne Aussagekraft  Artikel in Merkliste

05.01.2009 von Ralf Drescher

Fast zehn Prozent hat der Dax in den vergangenen Tagen gewonnen. Und die hoffnungsfrohen Kommentare zur Börse mehren sich. Doch Vorsicht ist angesagt: Noch steht die Erholung auf wackeligen Füßen. Schon nächste Woche, wenn die US-Unternehmen in die Berichtssaison starten, könnte die Stimmung wieder kippen. Kommentar

Breakingviews

Gasstreit: Fest auf dem Spielplan  Artikel in Merkliste

04.01.2009 von Pierre Briançon, breakingviews.com

Wie jedes Jahr haben Russland und die Ukraine wieder einmal die Bühne erklommen, um ihr fest im Spielplan verankertes Drama „Der Große Gasstreit“ aufzuführen. In dem Streit um die Erdgaslieferungen zwischen der Ukraine und der russischen Gazprom prallen zwei Monopole aufeinander – russisches Gas und ukrainische Pipelines. Kommentar