Die Börse in Toronto mit der Toronto Stock Exchange und der TSX Venture Exchange für jüngere Unternehmen präsentiert sich als die energie- und rohstoffhaltigste Börse der Welt. Nach Angaben der TSX-Gruppe sind 57 Prozent aller börsennotierten Bergbauunternehmen und etwa die Hälfte aller Energiekonzerne an den beiden Börsen in Toronto gelistet.
Während Torontos Gewicht bei Börsennotierungen und Finanzierung zunahm - 2007 wurden weltweit 50,3 Mrd. Dollar an den Börsen finanziert, davon 17,5 Mrd. in Toronto - meldet Kanada auf einem anderen Gebiet einen Aderlass: den Verlust von Stammhäusern großer Rohstofffirmen, die auf dem Weltmarkt eine Rolle spielten.
"Kanadas Landschaft hat sich verändert", sagt Paul Murphy von PricewaterhouseCoopers in Toronto mit Blick auf Fusionen und Akquisitionen. "Wir sehen eine starke Verringerung der Zahl der kanadischen Hauptgeschäftssitze unter den 40 führenden Unternehmen." Mit der Expansion kleiner und mittlerer Explorations- und Entwicklungsunternehmen mache Kanada jetzt jedoch eine Erfahrung wie Australien in den neunziger Jahren, sagt Murphy. Im Bereich der Exploration und Entwicklung neuer Minen erlebt Kanada seit acht Jahren einen Aufschwung. 2007 wurden 2,6 Milliarden Dollar in die Exploration gesteckt, ein Drittel mehr als im Vorjahr.
Besonders vielversprechend zeigt sich dabei Uran. Eine Vielzahl kleiner Unternehmen ist hier aktiv, aber auch die ganz großen wie Cameco
und die französische Areva. Wurden 2004 nur 48 Mill. Dollar in die Suche nach Depots gesteckt, waren es im vergangenen Jahr 354 Mill. Dollar. Die Atomindustrie setzt auf die Renaissance der Kernkraft. Patricia Mohr, Vizepräsidentin der Scotiabank-Gruppe in Toronto sieht die Spotpreise für Uran, die vom Rekord von 138 US-Dollar im Sommer 2007 auf derzeit 68 US-Dollar gefallen sind, mittelfristig wieder steigen und prognostiziert für 2009 einen Preis von 85 bis 90 US-Dollar. Nach Einschätzung von Analysten ist der Ausstieg von Spekulanten aus dem Urangeschäft unter anderem ein Grund für den Preisrückgang. "Aber die Lücke zwischen der Urannachfrage für Kernkraftwerke und der Minenproduktion besteht weiter", sagt Mohr.
Die Exploration am Baker Lake wird noch mindestens fünf bis zehn Jahre in Anspruch nehmen. Rebecca Hunter muss sich um ihren Arbeitsplatz erst einmal keine großen Sorge machen. Im Juni, wenn es auch in der Arktis wärmer wird, kehrt sie nach Nunavut zurück.
