Was haben Gold und Öl gemeinsam? Beides sind knappe Rohstoffe, die immer teurer werden. Steigende Ölpreise spüren vor allem die Verbraucher. Und für die wird es künftig noch viel teuer, sagen Wissenschaftler. Denn da kommt noch der Dollar ins Spiel. Astronomisch hohe Zahlen an den Zapfsäulen treffen nun auch die Fahrer von Diesel-Fahrzeugen.
HB FRANKFURT. Die Verbraucher werden einer Studie zufolge auch künftig mit hohen Öl- und Benzinpreisen leben müssen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Wissenschaftlern der Energy Watch Group. Hintergrund ist den Fachleuten zufolge, dass die Ölförderung nach ihren Berechnungen bis zum Jahr 2030 um die Hälfte schrumpfen wird, wie die Expertengruppe mitteilte. Dadurch wird sich der Preisdruck weiter erhöhen. „Man muss auch beachten, dass sich der volle Ölpreis wegen des schwachen Dollars noch nicht durchgeschlagen hat“, sagte der Sprecher der Initiative, Ralph Kappler. „Wenn sich der Dollar erholt, wird sich das auch an deutschen Tankstellen bemerkbar machen.“ Die Energy Watch Group ist nach eigenen Angaben ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Parlamentariern zur Energiepolitik. Sie wird getragen von der Ludwig-Bölkow-Stiftung in Ottobrunn.
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Allerdings sei die insgesamt rückläufige Entwicklung der Fördermengen nicht unumkehrbar, meinen die Wissenschaftler. Die Sorge vor Angebotsengpässen hatte den US-Ölpreis am Freitag erneut auf ein Rekordhoch steigen lassen. Für ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni kletterte er in der Spitze auf 127,43 Dollar. Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) war leicht gestiegen. Nach Angaben des Opec-Sekretariat vom Freitag kostete ein Barrel Rohöl aus den Fördergebieten des Kartells am Donnerstag 118,95 Dollar.
Betroffen ist auch der bislang vergleichsweise günstige Diesel-Kraftstoff. Angesichts der aktuellen Rekordstände rechnet sich nach Ansicht von Experten das Fahren eines Autos mit Dieselmotor oftmals nicht mehr. „Wer einen Diesel nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kauft, der kommt immer seltener in den Genuss eines Vorteils“, sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer der „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“.
Die Kilometerzahl, ab der man bei einem Dieselfahrzeug in die Gewinnzone komme, werde immer größer. „Und bei manchem Auto erreicht man sie gar nicht mehr“, sagte Maurer. Faustregeln wie: „Wer 25 000 Kilometer pro Jahr fährt, für den lohnt sich ein Diesel immer“ ließen sich so nicht mehr halten. Dem Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer zufolge geht die Rechnung vor allem bei Klein- und Kompaktwagen oft nicht mehr auf. Bei großen Autos wirke sich noch die im Vergleich zu Benzinern größere Spriteinsparung aus.
Zudem könnte den Experten zufolge der Wiederverkaufswert gebrauchter Dieselfahrzeugen sinken. Auf jeden Fall müssten sich Autohersteller auf sinkende Absatzzahlen bei Dieselfahrzeugen einrichten: „Der Höhepunkt ist überschritten“, sagte Dudenhöffer der Zeitung. Die traditionell stark auf Dieseltechnologie setzenden deutschen Hersteller seien davon härter betroffen als etwa japanische Autobauer.
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Auch kurzfristig entspannt sich die Lage kaum. So lehnte jetzt das Herrscherhaus von Saudi-Arabien eine weitere Steigerung der Ölförderung des Königreichs ab. Ölminister Ali al-Nuaimi und Außenminister Prinz Saud al-Faisal sagten am Freitagabend nach einem Treffen von König Abdullah mit US-Präsident George W. Bush, eine Steigerung sei derzeit nicht nötig, da man bereits zum 10. Mai die Produktion um 300 000 Barrel pro Tag erhöht habe. Damit habe man auf die wachsende Nachfrage auf dem Weltmarkt reagiert. Bush war mit dem Ziel nach Saudi-Arabien gereist, den größten erdölproduzierenden Staat der Opec zu einer Produktionssteigerung zu bewegen, um den Auftrieb des Rohölpreises zu stoppen.
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Die USA trägt selbst wiederum ebenfalls dazu bei, dass das Angebot nicht weiter steigt – aus ökologischen Gründen allerdings. Die US-Regierung will entgegen früheren Planungen nun doch auf die Öl- und Gasförderung in einem ökologisch sensiblen Feuchtgebiet in Alaska verzichten. Das US-Innenministerium teilte mit, die zuständige Behörde habe für das Gebiet nördlich und östlich des Teshekpuk-See ein Verpachtungs-Moratorium vorgeschlagen. Das Gebiet mit einer Größe von etwa 1 750 Quadratkilometern gilt als reich an Öl- und Gasvorkommen, zugleich aber als gefährdeter Lebensraum für Zugvögel und Rentiere.
Noch vor zwei Jahren hatte sich die US-Bundesregierung entschlossen gezeigt, Gelände an Ölbohrfirmen zu verpachten. Eine Klage von Umweltschützern und Einheimischen erzwang jedoch Ende 2006 eine Überprüfung der Pläne. Die zuständige Behörde erklärte, die jetzt gefällte Entscheidung berücksichtige auch praktische Erwägungen. So sei die Region mehr als 100 Kilometer von Einrichtungen der Ölindustrie entfernt und eine Erschließung des Gebiets in der näheren Zukunft nicht zu erwarten. Umweltschützer begrüßten die Entscheidung.
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