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23.08.2008 
US-Handel

Ölpreis erlebt größten Sturz seit 1991

Nach einer dreitägigen Preisrally hat der Ölmarkt am Freitag ein Auf und Ab erlebt. Der Preis für ein Barrel Rohöl stieg zunächst auf mehr als 121, Dollar, bevor er am Abend im späten US-Handel an der New Yorker Rohstoffbörse (Nymex) deutlich zurückging. Der späte Preisrutsch beim Rohöl riss auch die Edelmetallkurse mit.

Der Ölpreis war zum Wochenausklang kräftig auf dem Rückzug. Foto: dpa

Der Ölpreis war zum Wochenausklang kräftig auf dem Rückzug. Foto: dpa

HB NEW YORK. Der Settlementpreis für den marktführenden Oktober-Kontrakt auf ein Barrel der Rohölsorte Light, Sweet Crude fiel um 5,4 Prozent oder 6,59 Dollar auf 114,59 Dollar je Fass. Dies war der größte Preisverfall innerhalb eines Tages seit 1991. Zeitweise hatte ein Barrel (159 Liter) Rohöl am Freitag im elektronischen Handel bei 121,39 Dollar notiert. Damit lag der Kurs 21 Cent über dem Vortag. Auch der Preis für Brent-Öl gab um mehr als fünf Prozent oder 5,78 Dollar auf 114,38 Dollar nach. Mittelfristig rechnen Experten mit einem Rückgang des Ölpreises deutlich unter 100 Dollar je Barrel, langfristig jedoch mit einem höheren Niveau.

Händler nannten die Aufwertung des Dollars als den entscheidenden Faktor für das Zurückkommen des Ölpreises. Der deutliche Preisanstieg vom Donnerstag, als der Rohölpreis über Nacht einen Sprung von 5,62 Dollar gemacht hatte, sei insbesondere auf den stark schwächelnden Dollar zurückzuführen gewesen, hieß es am Markt. Der Ölmarkt reagiert sehr oft auf Wechselkursveränderungen zwischen Dollar und anderen wichtigen Währungen. Wenn der Dollar schwach ist, fliehen Investoren verstärkt in Rohstoffe und treiben damit den Preis in die Höhe.

Aber auch die nachlassenden geopolitischen Spannungen im Kaukasus zwischen Georgien und Russland hätten ihren Teil zur Preisentspannung am Ölmarkt beigetragen, hieß es. Meldungen über einen fortschreitenden Truppenabzug Russlands aus Georgien hätten beruhigend gewirkt, sagten Händler.

Solange aber Nato und Russland weiterhin ihre verbalen Spitzen austauschten, werde der Ölpreis nicht bis auf die Tiefststände der vergangenen Woche fallen, sagte Tony Rosado, Händler bei GA Global Markets. "Dafür bräuchten wir totale Ruhe und keine verbalen Drohungen mehr", so Rosado. Die Verschärfung des Tonfalls zwischen den westlichen Verbündeten einerseits und Russlands andererseits hatte am Donnerstag auch zum Preisanstieg beigetragen.

Das "fundamental gerechtfertigte Niveau" des Ölpreises liegt nach Einschätzung von Experten der Commerzbank zwischen 80 und 100 Dollar. Der deutliche Rückgang in den vergangenen Wochen habe gezeigt, dass der letzte Höhenflug bis zum Rekordpreis von knapp 150 Dollar Mitte Juli eine spekulative Übertreibung gewesen sei.

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