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24.07.2008 
Rohstoffe

Ölpreis fällt weiter – Gold teurer

Die schlechten Konjunkturaussichten haben am Donnerstag an den Rohstoffmärkten weiter den Ton angegeben. Der Ölpreis rutschte zeitweise um fast einen Dollar auf 123,62 Dollar je Barrel (159 Liter) US-Leichtöl und notierte damit so niedrig wie seit sieben Wochen nicht mehr.

HB FRANKFURT. Der Goldpreis erholte sich vom Preisrutsch des Vortages, der Preis für Platin, das für die Herstellung von Autokatalysatoren benötigt wird, setzte dagegen seine Talfahrt fort. Die schwache Nachfrage nach Edelstahl drückte den Nickelpreis erstmals seit gut zwei Jahren unter 20 000 Dollar je Tonne.

Der schwache deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex habe die Anleger weiter verunsichert, sagten Händler. Mit einer nachlassenden Weltkonjunktur dürfte die Nachfrage nach Rohstoffen sinken. Am Vorabend hatten die US-Lagerdaten den Druck auf den Ölpreis verstärkt. Zwar waren die Rohölbestände stärker als erwartet gefallen, was normalerweise den Ölpreis nach oben hätte treiben können.

Doch war dafür der Anstieg der Benzinvorräte überraschend hoch ausgefallen. Das sei umso bemerkenswerter, da die Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien gesunken sei, stellten die Commerzbank-Analysten in ihrem Tageskommentar fest. "Dass die Lagerbestände dennoch so stark ansteigen, deutet auf eine extrem schwache Nachfrage hin."

Der Ölpreis zog bis zum Mittag wieder leicht an. Das Fass US-Leichtöl kostete mit 124,70 Dollar 0,2 Prozent mehr als am Vorabend, das Fass Nordseeöl der Sorte Brent mit 125,32 Dollar in etwa genauso viel wie am Vorabend.

Die Feinunze (31,1 Gramm) Gold verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 927 Dollar. Händler sprachen von Schnäppchenjägern. "Einige Leute halten den Ausverkauf gestern wohl für übertrieben", erklärte Walter de Wet, Analyst bei Standard Bank. Es seien Einkäufer für Juweliere und die Elektronikindustrie unterwegs, hieß es in Singapur. Ein Test der 910-Dollar-Marke sei aber nicht auszuschließen, da angesichts des fallenden Ölpreises auch die Inflationsängste nachließen. Gold wird gerne als Absicherung gegen Inflation gekauft. Platin verbilligte sich zeitweise um über zwei Prozent auf 1702,50 Dollar je Feinunze.

An der Londoner Metallbörse geriet der Nickelpreis angesichts eines hohen Angebots unter Druck. Die gemeldeten Nickelvorräte stiegen um 180 Tonnen auf 43 368 Tonnen. Kupfer notierte mit 8030 Dollar je Tonne und Aluminium 2995 Dollar je etwa ein halbes Prozent niedriger.

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