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04.01.2008 
Konjunktur

Ölpreis lauert unter der 100 Dollar-Marke

Der US-Ölpreis hat sich am Freitag knapp unter der Marke von 100 Dollar eingependelt. Laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) droht durch den hohen Ölpreis in den kommenden zehn Jahren eine Verdreifachung des Benzinpreises.

HB SINGAPUR. Der US-Ölpreis hat sich am Freitag knapp unter der Marke von 100 Dollar eingependelt. Nach dem Rekordsprung am Vortag auf 100,12 Dollar kostete ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Februar am Morgen 99,30 Dollar. Das waren zwölf Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Am Donnerstag hatte der Ölpreis die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar überwunden, nachdem die Marke am Mittwoch zunächst nur touchiert worden war.

"Der leichte Rückgang unter die Marke von 100 Dollar ist auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen", sagte Analyst Victor Shum von der Energieberatungsgesellschaft Purvin and Gertz. Das US-Energieministerium hatte am Donnerstagnachmittag in Washington bekanntgegeben, dass die US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche überraschend deutlich gefallen waren. Aktuell treiben laut Experten vor allem die anspannte politische Lage in Nigeria und Pakistan den Ölpreis nach oben.


Bildergalerie Bildergalerie: Was den Ölpreis treibt


Laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) droht in den kommenden zehn Jahren eine Verdreifachung des Benzinpreises. "Sollte sich der Ölpreis verdoppeln - was nicht unwahrscheinlich ist - und der Dollarkurs normalisieren, würde der Liter Super vier Euro kosten", sagte DIW -Energieexpertin Claudia Kemfert der "Bild-Zeitung".

Auch für die Mieter von Wohnungen und Häusern hätte ein solcher Anstieg gravierende Kosten. Nach Schätzungen des Deutschen Mieterbunds ist in diesem Fall mit einem Anstieg der Heiz- und Warmwasserkosten sowohl bei Öl- als auch bei Gasheizungen um 75 bis 80 Prozent zu rechnen, schreibt die Zeitung weiter.

Angesichts des Anstiegs der Ölpreise sprach sich Bundeswirtschaftsminister Michael Glos für eine neue Debatte über den Atomausstieg aus. Deutschland müsse seinen "Energiemix möglichst breit anlegen", sagte Glos der "Frankfurter Rundschau". "Dazu gehören für mich die erneuerbaren Energien, aber auch die Kernenergie, die uns beide weniger abhängig von teuren Energieimporten machen", betonte der CSU -Politiker. Angesichts der hohen Ölpreise sei es richtig, sich "weitere Gedanken über unseren Umgang mit Energie zu machen".

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