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04.09.2008 
Rohstoffe

Ölpreis pendelt sich bei 110 Dollar pro Fass ein

Die Talfahrt bei den Ölpreisen ist am Donnerstag vorerst gestoppt worden. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) pendelte sich bei rund 110 Dollar ein.

HB NEW YORK/LONDON/WIEN. Tropische Wirbelstürme und drohende Produktionsausfälle in den Fördergebieten vor der Südküste der USA könnten die Preise bald sogar wieder steigen lassen, sagten Experten. Auch der stark verteuerte US-Dollar habe den tagelangen Preisrückgang beim Öl gebremst.

Unterdessen warnte die Internationalen Energie-Agentur (IEA) in einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse, die Abhängigkeit Europas von Energie-Einfuhren werde sich in den kommenden Jahren noch verstärken. "Die heimische Energieproduktion nimmt ab und wird dies auch in Zukunft tun", sagte der IEA-Chef Nobuo Tanaka Brüssel. Umso wichtiger sei es, die Vielfalt der Quellen auszubauen. Europas Abhängigkeit von russischem Gas und Öl sei keine einseitige Angelegenheit, betonte Tanaka. Zwar liefere Russland rund ein Viertel des in Europa verbrauchten Erdgases und decke etwa 30 Prozent des EU-Bedarfs an Erdöl. Zugleich flössen von Russlands Exporten aber 70 Prozent in die EU: "Die Abhängigkeit ist für Russland viel höher als umgekehrt", sagte der IEA-Geschäftsführer.

Tanaka legte in Brüssel die erste umfassende Analyse seiner Behörde zur EU-Energiepolitik vor. Der IEA-Bericht lobt Europas umfassenden Ansatz zu Energie und Klimaschutz. Die rund 220 Seiten umfassende Analyse unterstützt zudem den Plan der EU-Kommission, Energieproduktion und Leitungsbetrieb eigentumsrechtlich zu trennen. "Die Entflechtung ist ein sehr einfacher und schöner Weg, um den Wettbewerb im Markt zu erhöhen", sagte Tanaka.

Im frühen Nachmittagshandel kostete ein Barrel Rohöl der US- Referenzsorte West Texas Intermediate mit Auslieferung im Oktober 110,11 Dollar und damit 76 Cent mehr als am Vortag. Auch an der Börse in London stieg der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent. Am frühen Nachmittag kostete ein Barrel 108,64 Dollar und damit 60 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) stieg ebenfalls leicht an. Ein Barrel habe am Mittwoch 103,69 Dollar gekostet, teilte das Opec - Sekretariat in Wien mit. Das waren 29 Cent mehr als am Dienstag, als der Opec-Korbpreis auf ein Fünf-Monats-Tief gefallen war. Die Opec berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.

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