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01.12.2008 
Rohstoffe

Ölpreis testet erneut die 50-Dollar-Marke

Weil das Ölkartell Opec die Förderquoten zunächst unverändert gelassen hat, gibt der Ölpreis zum Wochenauftakt nach. Mit 49,52 Dollar kostete das Fass US-Leichtöl der Sorte WTI zeitweise neun Prozent weniger als am Freitagabend – und damit so viel wie vor rund vier Jahren.

HB FRANKFURT/WIEN/NEW YORK. Im November war der Ölpreis schon einmal auf ein 3-1/2-Jahres-Tief von 47,40 Dollar gerutscht. Ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich sogar um 9,6 Prozent auf 48,33 Dollar. Händler machten neben der Opec-Entscheidung vom Wochenende, vorerst an den Fördermengen festzuhalten, den Kurseinbruch an der Wall Street verantwortlich. Der Dow-Jones-Index verlor gut vier Prozent.

Diese Begründung lieferte auch die Commerzbank in einem aktuellen Kommentar. Marktteilnehmer, die auf eine Kürzung der Fördermenge spekulierte hatten, seien enttäuscht worden. Für das offizielle Treffen am 17. Dezember habe die Opec aber eine nochmalige Produktionskürzung um 1-1,5 Barrel pro Tag in Aussicht gestellt. Die Commerzbank-Experten sehen sich durch die Opec-Aussagen darin bestätigt, dass das weitere Abwärtspotenzial für den Ölpreis begrenzt sei.

Die eigentliche Überraschung der Konferenz sei allerdings gewesen, dass Saudi-Arabien ein Ölpreisniveau von 75 Dollar je Barrel als „fair“ bezeichnet habe. Zur Begründung sei auf die aktuellen Grenzkosten für neue Projekte verwiesen worden. Der Commerzbank zufolge dürfte es allerdings noch andere Gründe geben, da Saudi-Arabien selbst zu deutlich niedrigeren Grenzkosten produziere. So seien die Staatsausgaben in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet worden und daher sei Saudi-Arabien auf einen höheren Ölpreis angewiesen. Schätzungen zufolge werde derzeit ein Ölpreis von 50 bis 55 Dollar benötigt, um den Staatshaushalt und die Leistungsbilanz im Gleichgewicht zu halten.

Bildergalerie: "Big Oil" gewinnt immer

Der Ölpreis wird nach Einschätzung der Organisation vor Mitte kommenden Jahres nicht wieder steigen. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2009 werde es wieder einen Anstieg geben, sagte der Generalsekretär des Öl-Kartells, Abdallah el Badri, am Samstag zum Abschluss einer außerordentlichen Sitzung der Opec in Kairo. Nach seinem historischen Höchststand von 147,50 Dollar je Barrel am 11. Juli war der Ölpreis drastisch gesunken, bereits vergangene Woche rutschte er auf unter 50 Dollar pro Fass ab - den tiefsten Stand seit vier Jahren.

Mit dem Ölpreis geriet auch der Goldpreis stärker unter Druck. Die Feinunze verbilligte sich um 4,8 Prozent auf 773,85 Dollar. Der Silberpreis kam noch stärker unter die Räder und fiel um über zehn Prozent auf 9,15 Dollar je Feinunze.

Opec: Wie das Ölkartell entstand und wie es heute arbeitet

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