Reger erfuhr damals von dem Fund über einen Anwalt aus Montana und jagte sofort seinen Bruder J. R. los, damit er so viele Lizenzen so nahe wie möglich an der Fundstelle erwarb.
Regers Partner, der ehemalige Derivate-Händler Ryan Gilbertson, berichtet: Northern Oil pachtete im Mountrail County so viele Schürflizenzen wie nur möglich – obwohl die Preise durch die Decke gingen: „Wir haben einfach mit beiden Händen zugegriffen.“ Dabei hätten sie davon profitiert, dass viele ältere Akteure wegen schlechter Erfahrungen aus früheren Crashs zauderten. Testosteron spielt bei dem Geschäft ganz offensichtlich eine Rolle: „Wir tragen Cowboystiefel und Waffen, hören Country-Musik und sind Scheißkerle“, sagt er.
Selbst wenn sie keine einzige weitere Schürflizenz erwerben würden, wären er und Gilbertson jetzt reiche Männer, sagt Reger. „Ich könnte mich zwei Jahre lang unter dem Schreibtisch aufs Ohr hauen und würde als Held aufwachen.“ Seit Ende März hat sich der Aktienkurs von Northern Oil etwa verdoppelt. Regersons 14-Prozent-Anteil an Northern ist über 60 Mill. Dollar wert. Gilbertson besitzt ein Aktienpaket im Wert von 30 Mill. Dollar. Der Aktienkurs des Wettbewerbers Whiting Petroleum hat sich in zwölf Monaten mehr als verdoppelt.
Auch die Schecks von Bartelson dürften künftig höher ausfallen. Erst kürzlich habe eine neue EOG-Förderstätte den Betrieb aufgenommen, so der Landwirt, und eine weitere habe die Bohrerlaubnis erhalten. Er selbst tut bis auf weiteres, was er bisher gemacht hat: Weizen anbauen. Der Ölmarkt sei unbeständig, sagt er. Frühere Einbrüche hätten die Bohrtürme für Jahre aus Norddakota verschwinden lassen – das Getreide blieb. „Es wird wieder einen Crash geben“, sagt Bartelson und nimmt neben seinem Traktor einen Schluck Kaffee. Vielleicht, vielleicht auch nicht: Bei Ölpreisen von über 130 Dollar könnte es diesmal lange dauern, bevor die Bohrtrupps wieder abziehen. Bis dahin ist John Bartelson möglicherweise ein wohlhabender Mann.
