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29.07.2008 

Der Preisanstieg seit Jahresbeginn schmerzt denn auch vor allem die Hersteller von Autokatalysatoren, die 55 Prozent des weltweit geförderten Platins nachfragen. Angesichts der Preissprünge versucht die Industrie seit Jahren, Platin durch billigere Metalle zu ersetzen. Pro Katalysator werden etwa sechs Gramm Platin benötigt, die gemessen am aktuellen Preis 336 Dollar kosten. Doch bisher sind alle Substitutionsbemühungen erfolglos geblieben.

Praktisch unersetzlich ist Platin in Dieselmotoren, die wegen ihrer Verbrennungstemperaturen einen besonders "edlen" Katalysator benötigen. Als einziger Ersatzstoff käme das zur Platingruppe gehörige Palladium in Betracht, doch wäre in einem Dieselmotor zwei bis dreimal so viel Palladium wie Platin notwendig. Aus diesem Grund wird Palladium fast nur für Benzinmotoren mit höherer Temperatur verwendet. Doch es zeichnet sich eine Trendwende zugunsten von Diesel ab, denn die Nachfrage steigt.

Vieles deutet deshalb darauf hin, dass sich die Angebotslücke in den kommenden Jahren eher vergrößern und der Preis sich mittelfristig auf hohem Niveau stabilisieren dürfte. Der unabhängige südafrikanische Analyst Rene Hochreiter glaubt, dass die Lücke bis 2010 auf rund 0,7 Mill. Unzen und bis 2015 auf fast zwei Mill. Unzen anwachsen könne. Voraussetzung ist, dass es den großen Produzenten nicht gelingt, mehr Platin zu fördern.

Die drei Hauptproduzenten Anglo Platinum (Angloplat), Impala und Lonmin verfehlen seit Jahren ihre Vorgaben. So erwartet Angloplat, eine 75-prozentige Tochter des Minenhauses Anglo American und weltweit größter Platinförderer, dass seine Produktion erneut fällt. Nachdem die Förderung bereits 2007 um zwölf Prozent auf 2,47 Mill. Unzen zurückgegangen war, könnte sie wegen Stromausfällen und damit verbundener Produktionsprobleme dieses Jahr sogar auf 2,4 Mill. Unzen sinken.

Der drittgrößte Förderer Lonmin kämpft mit vielen verschiedenen Problemen, wie einem Wasserleck im Kühlsystem. Sein ehrgeiziges Förderziel von einer Mill. Unzen im Jahr hat Lonmin daher noch nicht einmal erreicht. Nur Impala Platinum sind größere Rückschläge erspart geblieben. Erst Anfang Juli ließ das Unternehmen wissen, dass selbst seine Minen im krisengeschüttelten Simbabwe gut arbeiteten.

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