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04.09.2008 
Alternativinvestments

Rohstoffe hängen Aktien ab

von Udo Rettberg

Die Subprime-Krise hat die Strukturen an den globalen Kapitalmärkten nachhaltig verändert. Während auf Seiten der Banken und Anleger einstmals vor allem über Chancen gesprochen wurde, nimmt heute das Risiko einen immer größeren Raum ein. Anleger setzen nicht nur auf traditionelle Asset-Klassen - Alternativinvestments liegen im Trend.

Rohstoffe bleiben im Fokus der Anleger. Foto: Archiv

Rohstoffe bleiben im Fokus der Anleger. Foto: Archiv

FRANKFURT. Investoren haben längst begriffen, dass die breite Streuung ihres Kapitals über verschiedene Anlageklassen hinweg die Gesamtrisiken ihrer Depots reduziert. Früher investierten sie vor allem in Aktien, Anleihen, Bargeld und Immobilien, heute ist hingegen eine breite Diversifizierung in alternative Anlageklassen und innovative Investmentvehikel zu beobachten.

Darüber hinaus setzen sich Anleger in diesen turbulenten Zeiten verstärkt mit dem Liquiditätsrisiko der Märkte auseinander. Denn als Folge der Subprime-Krise sind diese Risiken noch einmal deutlich sichtbar zutage getreten. Weil sich Banken gegenseitig nicht mehr vertrauen, sind die Märkte für Kreditderivate und strukturierte Kreditprodukte ausgetrocknet. Immer mehr Banken haben angesichts enormer Fehlbewertungen zu viel mit sich selbst zu tun und fühlen sich in diesem Zusammenhang nicht mehr als Mitglied des einstmals "verschworenen Clubs" der Banken. Das Misstrauen gegenüber den Kontrahenten hat zu einem Rückzug von Banken und damit zum Austrocknen der Liquidität zahlreicher Märkte geführt.

Immer mehr Anleger investieren in Anlageklassen, mit denen sie Megatrends spielen können, die auf lange Sicht hohe Erträge versprechen. Zu einem solchen Megatrend haben sich Investments in Mutter Erde entwickelt. Während man die Erde in früheren Zeiten fast ausschließlich mit Rohstoff-Investments in Verbindung brachte, werden heute auch Urstoffe wie Erde, Luft und Wasser in Portfolios einbezogen. Vergleichsweise weit entwickelt sind in diesem Kontext Finanzprodukte, die dazu beitragen sollen, den Klimawandel zu bremsen. So hat sich der Handel mit CO2-Emissionszertifikaten (EUA) und Emissionsgutschriften (CER) innerhalb nur weniger Jahre an mehr als zehn Terminbörsen in der Welt etabliert.

Das Thema Mutter Erde findet sich auch dort wieder, wo Banken und Fondsgesellschaften mit Finanzvehikeln den Zugang zu Forst- und Farmland ermöglichen. Ein weiterer Trend kommt durch die Energiefrage hinzu: Wind, Meereswogen und Sonnenstrahlen sollen in den kommenden Jahren helfen, die Energieproblematik zu lösen, und dabei gleichzeitig den zunehmenden ökologischen Ansprüchen gerecht werden.

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