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24.01.2006 
Analysten sehen Preispotzenzial

Rohstoffe verlieren Schwung

von Udo Rettberg

Die meisten Analysten glauben, dass die vor rund vier Jahren begonnene Renaissance der Rohstoffmärkte noch längst nicht beendet ist. Es gebe jedoch einige Risiken zu beachten, warnen Fachleute.

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FRANKFURT. Das Thema Rohstoffe beschäftigt die Öffentlichkeit immer stärker – zwangsläufig. Denn die stark gestiegenen Energiepreise sind eine starke Belastung sowohl für die Wirtschaft in den Industrieländern als auch für die Verbraucher. Die nicht selten zu den ärmeren Nationen in der Welt gehörenden Rohstoffproduzentenländer können nach beinahe zwei Jahrzehnten der Flaute indes etwas aufatmen. Denn nach einem kräftigen vierjährigen Preisaufschwung sind die Rohstoffindizes zuletzt in Nominalwerten auf das höchste Niveau der Neuzeit gestiegen. Wird die Entwicklung jedoch in realen Werten – also inflationsbereinigt – betrachtet, so liegen die Rohstoffpreise weiter auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Die meisten Analysten glauben, dass die vor rund vier Jahren begonnene Renaissance der Rohstoffmärkte noch längst nicht beendet ist. Es gebe jedoch einige Risiken zu beachten, warnen Fachleute. „Das größte Risiko für die Rohstoffhausse sind steigende Rohstoffpreise selbst“, sagt Hans-Jürgen Klisch vom US-Finanzhaus Raymond James & Associates. Zum einen würden stark steigende Rohstoffpreise die Investitionstätigkeit in neue Projekte und damit in ein künftig größeres Angebot erhöhen. Zum anderen könne das Wachstum der Weltwirtschaft unter zu hohen Rohstoffpreisen leiden, was dann in der Folge zu einer schwindenden Nachfrage führen dürfte. Bei den Metallen sei diese Gefahr eher gegeben als zum Beispiel am Ölmarkt, wo auch höhere Explorationsausgaben wohl keine nachhaltige Ausweitung der Reserven bringen dürfte.

Nach einem positiven Anlageresultat von fast 26 Prozent während des Jahres 2005 dürfte der Rohstoffindex GSCI im laufenden Jahr weiter steigen, meint Jeffrey Currie von Goldman Sachs. Nachdem der Index im vierten Jahr in Folge geklettert ist und sich zudem im siebten Jahr relativ besser entwickelt hat als die globalen Aktienmärkte, rechnet Currie für 2006 mit einer Verlangsamung des Aufschwungs. Eine ähnliche Auffassung vertritt auch Richard Egelton, Chefökonom der Bank of Montreal.

Jeffrey Currie billigt dem GSCI-Rohstoffindex für das laufende Jahr ein Plus von immerhin zehn Prozent zu. Im Energiebereich sei ein positives Anlageergebnis wohl vor allem über die Umsetzung von Backwardation-Strategien zu erzielen, während Anleger in den meisten anderen Bereichen des breiten Segments der Rohstoffmärkte an weiter steigenden Preisen verdienen könnten. Von einer Backwardation an den Terminbörsen sprechen Experten dann, wenn die Preise der zeitlich nahen Fälligkeit von Futureskontrakten höher sind als die Preise der Futures für spätere Lieferung.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Scotiabank favorisiert Uran

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