17 Bewertungen ***
02.12.2008 
Rezession

Rohstoffpreise im freien Fall

Die weltweite Wirtschaftsschwäche setzt den Rohstoffpreisen weiter zu. Der Ölpreis fällt auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren. Auch Metalle verlieren deutlich an Wert.

HB FRANKFURT. Die US-Wirtschaft - die größte der Welt - steckt nach Berechnungen des zuständigen "National Bureau of Economic Research" (NBER) offiziell schon seit Dezember 2007 in einer Rezession. Auch die Euro-Zone war den Statistikern zufolge im dritten Quartal in die Rezession gerutscht. Mit der schrumpfenden Wirtschaftsleistung sinkt auch der Bedarf an Rohstoffen weltweit.

Die geringe Nachfrage der Autoindustrie etwa drückte auf die Preise für Aluminium und Blei. Aber auch Kupfer, das in der Baubranche verwendet wird, gab nach. "Die steigenden Bestände an Kupfer und Aluminium sind der tägliche Beweis dafür, dass die Nachfrage geringer ist als das Angebot", erklärte Analyst David Thurtell von Citi in London.

Der Aluminiumpreis fiel auf ein Dreieinhalb-Jahres-Tief von 1705 Dollar je Tonne von 1735 Dollar am Vorabend. Blei verbilligte sich auf 1065 von 1100 Dollar. Der Rohstoff wird vor allem für die Batterieherstellung benötigt. Rund 30 Prozent der Blei-Nachfrage gehen auf die Hersteller von Autobatterien zurück. Händler fürchten, dass die noch am Abend anstehenden US-Absatzzahlen verheerend ausfallen werden und den Druck auf die Preis noch erhöhen.

In Deutschland geht die Talfahrt der Branche ebenfalls ungebremst weiter. Nach Angaben des Importeursverbandes VDIK hat der Markt in diesem Jahr das schlechteste Zulassungsergebnis seit der Wiedervereinigung erzielt. So sei der Autoabsatz im November in Deutschland um 17,6 Prozent eingebrochen.

Kupfer verbilligte sich um gut zwei Prozent auf 3515 Dollar je Tonne, Zinn verlor zeitweise über vier Prozent.

Auch der Ölpreis gab am Morgen zunächst weiter nach und fiel auf den tiefsten Stand seit dreeinhalb Jahren. Am Nachmittag erholte sich der Ölpreis etwas und notierte mit 49,52 Dollar 0,5 Prozent höher als am Vorabend. Händler sprachen von einer technischen Gegenbewegung. Auch der Goldpreis zog leicht an. Die Feinunze (31,1 Gramm) kostete mit 775,10 Dollar 0,6 Prozent mehr als am Vorabend.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Rohstoffe + Devisen Rubriken

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Markt-Monitor

Erholung ohne Aussagekraft  Artikel in Merkliste

05.01.2009 von Ralf Drescher

Fast zehn Prozent hat der Dax in den vergangenen Tagen gewonnen. Und die hoffnungsfrohen Kommentare zur Börse mehren sich. Doch Vorsicht ist angesagt: Noch steht die Erholung auf wackeligen Füßen. Schon nächste Woche, wenn die US-Unternehmen in die Berichtssaison starten, könnte die Stimmung wieder kippen. Kommentar

Breakingviews

Gasstreit: Fest auf dem Spielplan  Artikel in Merkliste

04.01.2009 von Pierre Briançon, breakingviews.com

Wie jedes Jahr haben Russland und die Ukraine wieder einmal die Bühne erklommen, um ihr fest im Spielplan verankertes Drama „Der Große Gasstreit“ aufzuführen. In dem Streit um die Erdgaslieferungen zwischen der Ukraine und der russischen Gazprom prallen zwei Monopole aufeinander – russisches Gas und ukrainische Pipelines. Kommentar