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11.06.2008 
Aktualisiert 24.06.2008, 14:46 Uhr 
Rationierung der begehrten US-Münze

Schonzeit für den Silberadler

von Ianthe Jeanne Dugan

Während des Zweiten Weltkriegs rationierte die US-Regierung Nahrungsmittel, in den 70er-Jahren während der Ölkrise war es Benzin. Nun gibt es seit kurzem wieder Beschränkungen: Dollar-Münzen aus dem Jahr 2008, auch als "Silberadler" bekannt, sind Mangelware geworden. Händler und Anleger sind verärgert.

Bei Sammlern und Anlegern beliebt: Die silberne Dollar-Münze. Foto: APLupe

Bei Sammlern und Anlegern beliebt: Die silberne Dollar-Münze. Foto: AP

BRIDGEWATER. Der Grund: Die Münzen enthalten jeweils eine Unze (rund 31 Gramm) Silber. Das macht sie so beliebt bei US-Anlegern, die nach Alternativen zu Aktien und Immobilien suchen. Die US-Münzanstalt kommt mit der Herstellung der begehrten Geldstücke gar nicht mehr hinterher. Im März wurden deshalb plötzlich keine Bestellungen mehr angenommen. Seit Ende April gibt die Münzanstalt die Silberlinge nur noch in begrenzter Menge an die Kunden ab.

"Das ging praktisch über Nacht los", sagt Mark Oliari, Inhaber der Firma Coins ?N Things Inc. in Bridgewater im Bundesstaat Massachusetts. Das Unternehmen ist einer der größten Aufkäufer der Silberadler. Die Nachfrage seiner Kunden hat sich seit dem vergangenen Jahr verdoppelt. Oliari würde deshalb gerne 500 000 Münzen pro Woche kaufen. Aber die Münzprägeanstalt verkauft ihm lediglich um die 100 000.

Die Münzen haben einen Nennwert von einem Dollar. Aber der Wert, zu dem die Münzprägeanstalt sie abgibt, richtet sich nach dem aktuellen Silberpreis. Hinzu kommt noch ein Aufschlag. Nur insgesamt 13 Aufkäufer, darunter Großhändler, Edelmetallhändler, Maklerfirmen, Münzhändler und Banken, sind berechtigt, die Geldstücke direkt von der Münzanstalt zu beziehen. Die Händler schlagen dann ihre Spanne auf, bevor sie die Münzen an ihre Kunden weiter verkaufen. Derzeit erzielen die Silbermünzen 19 Dollar das Stück, bisweilen überschreitet der Preis sogar 20 Dollar.

Allein Coins ?N Things verliert durch den Engpass bei den Silbermünzen mehrere Hunderttausend Dollar an Einnahmen. Die Firma verkauft jährlich Edelmetall im Wert von einer Milliarde Dollar, darunter Silber-, Gold- und Platinmünzen. Oliari, ein 50-jähriger Numismatiker, der seit 1973 mit Münzen handelt, ist wütend: "Das, was ich über die Münzanstalt zu sagen hätte, ist nicht druckreif", schnaubt er.

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