0 Bewertungen
11.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 14:46 Uhr 

Die Münzanstalt, die dem Finanzministerium unterstellt ist, hat bislang nicht wirklich erklären können, warum sie die Silberadler rationieren muss. Mitte Mai teilte sie den Händlern mit, die unvorhersehbar große Nachfrage nach den "Silver Eagles" mache es notwendig, jedem Händler wöchentlich ein Kontingent an Münzen zuzuweisen, bis man in der Lage sei, die Nachfrage wieder zu decken. Über die Gründe für die Münzknappheit wollte sich die Behörde nicht näher äußern.

Der seltene Engpass bei den Münzen ist die Folge eines rasanten Anstiegs bei der Nachfrage nach Silber. Einst als "Gold des armen Mannes" bekannt, wurde Silber traditionell in größeren Mengen gefördert als Gold und war deshalb auch immer sehr viel billiger. Derzeit erzielt das Metall weniger als zwei Prozent des Goldwertes.

Aber Silber wird dennoch immer beliebter. Einige Investoren setzen darauf, dass sein Wert in die Höhe schießt, wenn die Bestände zurückgehen. Große Investoren decken sich daher mit den Silberadlern ein, denn dies sind die einzigen US-Silbermünzen, die für private Altersvorsorgepläne zugelassen sind. Für kleinere Investoren sind die Silbertaler ein erschwinglicher Weg, um sich ihren Anteil am Metallboom zu sichern.

"Im Gegensatz zu Gold kann sich auch der Normalbürger diese Münzen leisten", sagt J.R. Roland, ein Richter aus Brownsville im Bundesstaat Tennessee, der seit kurzem Silbermünzen kauft und auch bei Ebay damit handelt. "In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Silbermünzen eine hervorragende Möglichkeit zu investieren", sagt Roland.

Im März stieg der Verkauf der Silberadler um das Neunfache im Vergleich zum Vormonat auf 1,85 Millionen. Bislang hat die Münzanstalt in diesem Jahr 6,8 Millionen Silbermünzen verkauft, etwa doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wenn es nach den Münzhändlern ginge, wären es noch einige Millionen mehr. Grund ist der steigende Silberpreis, der sich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt hat und nun bei 17 Dollar pro Feinunze liegt.

Linda Wood stöbert deshalb auf der Suche nach den Silberadlern systematisch in Münzläden, auf Flohmärkten und auch bei Ebay. Nach und nach hat die 57-jährige Buchhalterin auf diese Weise in den vergangenen fünf Monaten 300 der Silbermünzen aufgekauft. Die bewahrt sie sorgsam in einem Banksafe auf.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Rohstoffe + Devisen Rubriken

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Markt-Monitor

Erholung ohne Aussagekraft  Artikel in Merkliste

05.01.2009 von Ralf Drescher

Fast zehn Prozent hat der Dax in den vergangenen Tagen gewonnen. Und die hoffnungsfrohen Kommentare zur Börse mehren sich. Doch Vorsicht ist angesagt: Noch steht die Erholung auf wackeligen Füßen. Schon nächste Woche, wenn die US-Unternehmen in die Berichtssaison starten, könnte die Stimmung wieder kippen. Kommentar

Breakingviews

Gasstreit: Fest auf dem Spielplan  Artikel in Merkliste

04.01.2009 von Pierre Briançon, breakingviews.com

Wie jedes Jahr haben Russland und die Ukraine wieder einmal die Bühne erklommen, um ihr fest im Spielplan verankertes Drama „Der Große Gasstreit“ aufzuführen. In dem Streit um die Erdgaslieferungen zwischen der Ukraine und der russischen Gazprom prallen zwei Monopole aufeinander – russisches Gas und ukrainische Pipelines. Kommentar