Uran wird als standardisierter Terminkontrakt zwar auch an der New York Mercantile Exchange gehandelt, doch ermöglicht dieser Futureskontrakt lediglich eine Barabwicklung und keine physische Lieferung. Der größte Teil der weltweiten Uranproduktion wird von Minen über langfristige Verträge an Atomkraftwerke geliefert. Wegen der Gefahr des Missbrauchs von Uran hinsichtlich des Baus von Nuklearbomben wird der weltweite Handel kontrolliert. "Der Versand radioaktiven Materials ist stark reglementiert", sagt Lohrey.
Der Nukem-Experte glaubt, dass der Uranpreis in nächster Zeit wieder anziehen wird, weil sich die seit Jahren bestehende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage ausweiten dürfte. Uranproduzenten seien in den Gesprächen mit ihren Abnehmern - den Betreibern von Atomkraftwerken also - jüngst dazu übergegangen, Lieferverträge auf Basis aktueller Marktpreise abzuschließen. "Das aber ist etwas, was Energieversorger in diesem Umfeld hoher Preise nicht mögen", so Lohrey.
Was für diese Metalle gilt, trifft auch für andere nicht börsengehandelte Rohstoffe wie Düngemittel zu. Allein im Verlauf dieses Jahres ist der Preis für Diammonium Phosphat (DAP) - einem der weltweit populärsten Düngemittel - um mehr als 180 Prozent gestiegen. Kräftig aufwärts ging es in diesem Kontext auch mit dem Kalipreis. Die Preisentwicklung für diese Rohstoffe orientiert sich vor allem an den fundamentalen Faktoren von Angebot und Nachfrage.
Die von supranationalen Organisationen wie der Weltbank aufgezeigte Gefahr von Hungersnöten in den Schwellenländern hat die Notwendigkeit zur Ausweitung der globalen Agrarproduktion aufgezeigt. Da die Düngung vorhandener landwirtschaftlicher Flächen eine Möglichkeit zur Optimierung der Ernte-Erträge ist, klettert die Nachfrage nach Düngemitteln seit einiger Zeit kräftig in die Höhe. Dies wiederum versetzt die Düngemittelproduzenten in die Lage, ihre Preise überdurchschnittlich anzuheben. Zuletzt wurde bekannt, dass Kaliproduzenten langfristige Lieferverträge mit chinesischen Abnehmern abgeschlossen haben, deren Preise um mehr als das Doppelte über dem Vorjahr liegen.
Dass das Geschäft mit nicht börsennotierten Rohstoffen oft nicht soliden kaufmännischen Gebräuchen folgt, ist aus Anrufen zu ersehen, in denen Vermittler russisches Quecksilber anbieten - zu einem deutlich unter dem aktuellen Marktniveau liegenden Preis, versteht sich.
