3 Bewertungen ****
25.09.2008 
Rohstoffe

Skepsis über US-Wirtschaft drückt Ölpreis

Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten über das US-Rettungspaket für den Finanzsektor hat der Ölpreis am Donnerstag nachgegeben. Analysten gehen davon aus, dass sich die US-Wirtschaft abkühlt. Die Nachfrage nach Öl geht zurück.

FRANKFURT. Ein Fass der US-Sorte WTI verbilligte sich um 1,18 auf 104,55 Dollar. Die in Europa führende Nordseesorte Brent kostete 101,15 Dollar und damit 1,30 Dollar weniger als im späten Mittwochsgeschäft.

Selbst wenn das geplante 700-Milliarden-Dollar-Paket schon in Kürze den US-Kongress passieren werde, bleibe die Aussicht auf eine anhaltende Abkühlung der Wirtschaft davon unberührt, erläuterten Analysten. "Ich glaube, dass es diese Makro-Faktoren sind, die wirklich den Preis bewegen", sagte Analystin Helen Henton von der britischen Bank Standard Chartered.

Nach heftigen Diskussionen mehrten sich nach Einschätzung von Experten zuletzt die Anzeichen dafür, dass die Kongressabgeordneten bald grünes Licht für die Milliarden-Hilfen geben könnten. US-Präsident George Bush setzte noch für Donnerstag ein Dringlichkeitstreffen an, bei dem Einzelheiten geklärt werden sollten. Eingeladen sind Kongressvertreter sowie die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain.

Einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der US-Regierung zufolge blieb die Ölnachfrage in den vergangenen vier Wochen wegen der hohen Benzinpreise und der düsteren Aussichten für die Wirtschaft gut fünf Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.

Gold wurde erneut als sicherer Hafen angefahren. Händler zahlten für die Feinunze des Edelmetalls bis zu 896,60 Dollar und damit 15,60 Dollar mehr als im späten Mittwochsgeschäft. Die Analysten der Commerzbank sagten kurzfristig weiter steigende Goldpreise voraus. Die massiven Liquiditätsspritzen der Zentralbanken und das im Raum stehende US-Rettungspaket sollten stützend wirken. Notenbankchef Ben Bernanke und US-Präsident Bush hätten ein "sehr pessimistisches Bild für die US-Wirtschaft" gezeichnet. Der Dollar dürfte daher weiter unter Druck und Gold gefragt bleiben.

Im Handel mit den Industriemetallen war Händlern zufolge ebenfalls eine große Nervosität im Zusammenhang mit dem geplanten US-Rettungspaket zu spüren. Kupfer wurde zu 6868 Dollar je Tonne gehandelt und damit 47 Dollar günstiger als am Mittwochabend. Der Aluminium-Preis gab mehr als 500 Dollar bis auf 2475 Dollar je Tonne nach.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Rohstoffe + Devisen Rubriken

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Markt-Monitor

Erholung ohne Aussagekraft  Artikel in Merkliste

05.01.2009 von Ralf Drescher

Fast zehn Prozent hat der Dax in den vergangenen Tagen gewonnen. Und die hoffnungsfrohen Kommentare zur Börse mehren sich. Doch Vorsicht ist angesagt: Noch steht die Erholung auf wackeligen Füßen. Schon nächste Woche, wenn die US-Unternehmen in die Berichtssaison starten, könnte die Stimmung wieder kippen. Kommentar

Breakingviews

Gasstreit: Fest auf dem Spielplan  Artikel in Merkliste

04.01.2009 von Pierre Briançon, breakingviews.com

Wie jedes Jahr haben Russland und die Ukraine wieder einmal die Bühne erklommen, um ihr fest im Spielplan verankertes Drama „Der Große Gasstreit“ aufzuführen. In dem Streit um die Erdgaslieferungen zwischen der Ukraine und der russischen Gazprom prallen zwei Monopole aufeinander – russisches Gas und ukrainische Pipelines. Kommentar