Die Ölpreise sind am Donnerstag kräftig unter Druck geraten. Experten machen die Schwäche an den Aktienmärkten sowie Konjunktursorgen als Gründe für den starken Verkaufsdruck verantwortlich.
Starker Dollar: Konjunktursorgen lassen Ölpreise absacken
Ölpumpe im US-Bundesstaat Texas. Die US-Referenzsorte WTI sackte am Donnerstag um vier Dollar ab. Quelle: ap
HB NEW YORK/LONDON/WIEN. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im März 72,98 US-Dollar und damit genau vier Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent sackte um 3,93 Dollar auf 71,95 Dollar ab.
Die Rohstoffmärkte reagieren nach Einschätzung der Commerzbank
mit einiger Verzögerung auf den überraschend starken Anstieg der US-Ölreserven vom Vortag. Vor allem eine ungewöhnlich niedrige Auslastung der Raffinerien in der größten Volkswirtschaft der Welt beunruhige die Investoren. Sie habe den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1989 erreicht.
Zudem hätten Kursgewinne beim US-Dollar die Ölpreise belastet, hieß es von Experten. Der Euro ist am Donnerstag erstmals seit Juni 2009 wieder unter die Marke von 1,37 US-Dollar gesackt. Kursgewinne beim Dollar sorgen häufig für sinkende Ölpreise. Auf den Weltmärkten wird Rohöl in Dollar gehandelt. Auch Konjunktursorgen dämpften die Stimmung an den Rohstoffmärkten. In den USA legte die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend zu, was mit Blick auf den großen Arbeitsmarktbericht am Freitag Sorgenfalten hinterlässt.
Unterdessen ist der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erneut kräftig gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel am Mittwoch im Durchschnitt 75,14 Dollar. Das waren 2,09 Dollar mehr als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.


Kommentare (2)
@Ralf....
Worauf begründen Sie den überbewerteten Euro, die Fundamendaldaten sehen wenn das kleine Griechenland ausgeblendet wird nicht schlecht aus im Vergleich zu den USA.
das ist auch wieder zu kurz und einfach gedacht, generell sollten Wechselkurse langfristig stabil sein (nicht zuletzt da vor allem Mittelständler noch immer mit der Wechselkursabsicherung überfordert sind)
Viel wichtiger ist aber dass ein schwacher Euro hierzulande das Öl sehr viel teurer macht und viel Kaufkraft dem Binnenmarkt entzieht (der Ölpreis reagiert nur minimal auf den fallenden Dollar)
Der Euro ist überbewertet. Wenn der Euro sinkt ist das gut für unseren Export.