Als Ursachen für den Höhenflug des Ölpreises nannten Händler erneut den schwachen Dollar. Schon seit Wochen und Monaten treibt die schwächelnde US-Währung Investoren in sichere Anlagen wie Öl und Gold. Auch das für Europa wichtige Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich am Montag am Handelsplatz in London zwischenzeitlich um 84 Cent auf 117,18 Dollar je Fass.
Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) müssen sich Autofahrer langfristig an hohe Spritpreise gewöhnen. „Dass Tanken eines Tages wieder deutlich günstiger wird, ist eine Illusion“, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“. Es sei nicht auszuschließen, dass der Ölpreis deutlich sinke, sobald sich der Dollar wieder stabilisiert habe. „Allerdings: Langfristig müssen sich die Verbraucher ohnehin auf hohe Spritpreise einstellen.“
Öl werde immer knapper und damit auch teurer, sagte die Energieexpertin. Von Politikern geforderte staatliche Höchstpreise nach luxemburgischem Vorbild lehnte sie ab: „Wer Markt und Wettbewerb will, darf nicht die Preise vom Staat diktieren lassen“. Hohe Ölpreise bedeuteten immer auch ein Signal, dass in Sachen Mobilität grundlegend umgesteuert werden müsse - weg vom Öl, hin zu alternativen Antriebstechniken. Kemfert forderte von der Bundesregierung ein „neues nachhaltiges Mobilitätskonzept“.
Führende Politiker von SPD, FDP und Linkspartei hatten am Wochenende an Bundeskanzlerin Merkel appelliert, die hohen Benzinpreise über staatliche Eingriffe zu senken. Der saarländische SPD-Vorsitzende Heiko Maas forderte, dass die Kanzlerin für bezahlbare Spritpreise sorgen müsse, weil die Grenze des Zumutbaren überschritten sei. Es sei gesamtwirtschaftlich notwendig, dass der Staat Obergrenzen für die Spritpreise festlege, sagte er mit Verweis auf Luxemburg, wo das Wirtschaftsministerium die Preise reguliert. Das Bundesfinanzministerium wies den Vorstoß als „populistisch und unrealistisch“ zurück.
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