„Bitte, bitte, bitte, beschimpft uns nicht“, fleht Abdulla bin Hamad al Attiyah laut. Der beleibte Energieminister Katars sitzt lässig auf einem weißen Designerstuhl und wirft beide Hände, um Verständnis heischend, nach vorn. „Wir tun, was wir können und haben nichts mit dem hohen Ölpreis zu tun.“
Al Attiyah sitzt auf dem Podium in Halle 11 der Nuova Fiera, Roms neuer Messe, hinter ihm ein 30 Meter langer Bildschirm, vor ihm ein gespanntes Publikum. Hier tagt diese Woche die Weltenergiekonferenz – und der Ölpreis ist Thema Nummer eins. Neben Katars Minister sitzen EU-Energiekommissar Andris Piebalgs und die Energieminister von Russland, den USA und Indien. Amerikas Samuel Bodman appelliert an die Opec, endlich mehr zu fördern: Es gebe „einen mangelnden Willen, die Märkte mit Öl zu versorgen“, klagt er.
Nein, sagt Opec-Generalsekretär Abdalla Salem el Badri am nächsten Tag und schiebt den Schwarzen Peter zurück: „Das Problem ist nicht mangelndes Öl, sondern mangelnde Raffineriekapazität in den USA. Die Anlagen sind sehr alt, und die Amerikaner haben seit 30 Jahren nicht mehr investiert.“
Investieren? Gerade hat die Internationale Energieagentur (IEA), die die OECD-Staaten 1974 als Reaktion auf den Ölboykott gründeten, gewarnt, dass der Welt vor 2015 ein Versorgungsengpass droht, wenn die Ölförderstaaten nicht endlich in neue Kapazitäten investieren.
Die Opec-Vertreter stehen in Rom unter Druck. „Wir produzieren das, was benötigt wird“, sagt Abdulla al Attiyah am Messestand von Katar, der einem Beduinenzelt nachempfunden ist. „Wir sitzen doch im selben Boot“, sekundiert der algerische Kollege Chakib Khelil.
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